Kultur

Klassik Zusammenarbeit zwischen Studenten der Musikhochschule Mannheim und dem Leininger-Gymnasium Grünstadt geht in die zweite Runde

Das Klavierlied von Schülern neu interpretiert

Pianistin Barbara Baun geht gerne neue Wege – und lässt dabei auch alte Denkmuster hinter sich. Mit dem Konzept „Werkstatt Lied“ wagt sie sich seit 2016 an eine Neuinterpretation des Klavierliedes heran –mit der Hilfe von Schülern des Leininger-Gymnasiums Grünstadt, Studenten der Kompositionsklasse von Sidney Corbett sowie Studenten und Absolventen von Bauns Liedklasse an der Mannheimer Musikhochschule.

Das Projekt wird im Rahmen des Kirchheimer Liedersommers präsentiert. Zu diesem werden – unter der Leitung von Baun – alle zwei Jahre Dozenten zu Meisterkursen für Liedgestaltung ins pfälzische Kirchheim an der Weinstraße eingeladen. Für die „Werkstatt Lied“ werden die Schüler gebeten, Gedichte zu verfassen, aus denen Studierende der Kompositionsklasse Vorlagen für Liedkompositionen auswählen. Die Stücke werden schließlich von Bauns Liedklasse einstudiert und bei einem Konzert am Mittwoch, 18. Juli, um 19.30 Uhr in der Konzertscheune des Weinguts Kolb in Kirchheim aufgeführt. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Wagnis als Programm

Das diesjährige Motto der Lied-Werkstatt, „Darum lasst uns alles wagen!“ – eine Zeile aus dem Gedicht „Empfindungen“ von Karl Marx – scheint zum Konzept zu passen. Es gehe vor allem darum, „Werke der ganz jungen Generation erklingen zu lassen“, so Baun. In diesem Jahr reichten 28 Schüler ihre Texte ein, acht davon haben der Prüfung durch die Studenten standgehalten und es in die Endrunde geschafft. Seit Mai arbeiten die jungen Komponisten nun an den Liedern, überlegen sich Vertonungen mit unterschiedlicher Besetzung. Für die Schüler gab es nur eine Vorgabe: Die Texte sollten sich mit dem Thema Industriekultur, dem Motto des diesjährigen Kultursommers Rheinland-Pfalz, auseinandersetzen. Dabei stehe vor allem die Wirkung digitaler Medien auf das Leben der Schüler im Vordergrund. Aber auch der Einfluss der Industrialisierung auf die Musik werde zum Ausdruck kommen: durch Kompositionen mit elektronischen Effekten.

Die Idee zur „Werkstatt Lied“ hatte Baun über eine frühere Zusammenarbeit mit dem Gymnasium. „Die Kooperation bestand damals in Workshops, in denen ich mit Sängerkollegen Lieder vorstellte und mit den Schülern diskutierte. Die waren so gut besucht und die Schüler brachten sich so aktiv ein, dass wir den Schritt vom Hören und Interpretieren zum selbst Erschaffen gehen wollten“, erklärt Baun. Auch Ende Juni gab es im Gymnasium erneut einen Workshop, bei dem die – teilweise noch unvollendeten – Stücke schon einmal vorgetragen wurden.

Baun zeigt sich von der Zusammenarbeit begeistert: „Es entspinnt sich eine lebhafte Diskussion um das Gehörte. Und die komplizierte Kompositions-, Instrumental- und Gesangstechnik ist für die Schüler ein spannendes Erlebnis.“