Kultur

Museum Humboldt Forum zeigt Objekte aus Kolonialzeit

Debatte um Bronze-Kunst

Archivartikel

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, zeigt sich offen für die Rückgabe von Kunst aus Kolonialzeiten. „Auch wenn Objekte nicht in einem Unrechtskontext stehen, sagen wir: Wenn sie für die Kultur, für das Land ganz besonders wichtig sind, dann kann man auch darüber reden, dass man so etwas zurückkehren lässt.“

Das Humboldt Forum biete eine neue Gelegenheit für die Debatte. „Wir wollen uns mit unserer Geschichte einschließlich der Kolonialzeit und der Entstehung der Sammlungen auseinandersetzen“, sagte Parzinger. „Das neue Haus mit den drei historischen Fassaden provoziert ja gerade dazu.“

Umstritten ist etwa die Präsentation sogenannter Benin-Bronzen. Das Museum verfügt über rund 530 historische Objekte aus dem Königreich Benin, darunter etwa 440 Bronzen, die als Objekte aus Unrechtskontexten kolonialer Zeiten gelten. „Das Forum ist zu einem Katalysator geworden und wird daran gemessen werden, wie es mit diesem Thema umgeht“, sagte Staatsministerin Monika Grütters. „Es geht auch um unsere Glaubwürdigkeit. Die Herkunftsgesellschaften fragen zurecht, wie ernsthaft wir diesen Aspekt unserer Geschichte aufarbeiten.“ 

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