Kultur

Kunst Museum Heylshof in Worms widmet dem Mannheimer Künstler Werner Degreif eine Ausstellung / Ungewöhnlicher Zugang zu tristen Motiven

Den monotonen Alltag gezeichnet

Archivartikel

„MassenWare“ lautet der Titel der gerade frisch eröffneten Ausstellung von Werner Degreif im Museum Heylshof in Worms – noch deutlicher kann man eigentlich nicht werden, will man es bei einer Andeutung belassen: Für den Künstler, der 1954 in Wiesloch geboren wurde – heute lebt und arbeitet Degreif in Mannheim – und den eine Doppelbegabung als Trompeter und bildender Künstler auszeichnet, besteht unsere Welt aus Waren, industrieller Fertigung und Massenansammlungen.

Eigentlich ein sehr düsteres Bild, das sich im Gesagten abzeichnet, aber so ist es nicht: Denn Werner Degreif, der an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg ausgebildet wurde und auf zahlreiche Stipendien, Preise und Ausstellungen zurückschauen kann, nähert sich seinem Thema höchst ungewöhnlich, nämlich mit Kohle und Graphit auf Papier zeichnend.

Aber seine Motive, die äußerst lakonisch, auch monoton sein können, wie Bierflaschen in vielen gestapelten Kästen oder Menschen auf Rolltreppen, stellt er nicht als Individuen dar, nicht als Einzelwesen oder -gegenstände, sondern als Menge oder Masse. Und für den Künstler ebenfalls sehr wesentlich ist die Darstellungsweise der Menschen und Gegenstände: in starker Nahsicht, ungewohnten Perspektiven, sich überlagernden und wieder ausradierten Strichen, des Weiteren die Anbringung der großen Papierbahnen in die unterschiedlichsten Räume, hier den Gewölbekeller.

Bilder zeigen Parkplätze

Der Betrachter wird so erschüttert und gleichermaßen fasziniert durch die Banalität und die schiere Größe. Zusätzlich gibt es im Nebenraum kleine Gemälde in Farbe von monotonen Eingängen zu Einfamilienhäusern sowie Supermarktparkplätzen mit Einkaufswägen, aber auch kleine Zeichnungen zu sehen.