Kultur

1. Joy Fleming Preis Neun Kandidaten proben mit Band im Mannheimer Capitol für Wettbewerb

Der Musik-Ikone nacheifern

Archivartikel

„Es geht ein großer Traum von mir in Erfüllung“, sagt Sabrina Arico-Cieslik am Rande der Konzertprobe mit strahlendem Lachen. Einige Stunden später wird sie am selben Ort, aber dann vor zahlreichen Zuschauern im Rampenlicht des Mannheimer Capitol stehen, um beim Wettbewerb um den Joy Fleming Preis das Carpenters-Stück „Close To You“ zu singen. Wie alle Songs, die an diesem Abend präsentiert werden, stammt das Lied aus dem Live-Repertoire der 2017 im Alter von 72 Jahren verstorbenen, kurpfälzischen Musik-Ikone. Zum ersten Mal wird die mit 2000 Euro dotierte Auszeichnung in ihrem Namen und Gedenken vergeben.

Sieben Kandidatinnen und zwei Kandidaten sind hierfür von der Joy Fleming Band und ihrer Familie aus insgesamt 63 Bewerbungen ausgewählt worden. Zwar haben alle Finalisten vorab eine Übungs-Version der Stücke erhalten, die sie bei dem – von einem Rahmenprogramm flankierten – Wettbewerb singen werden. Aber live können sie die Songs erst an diesem Nachmittag zusammen mit der Band um Joy Flemings Sohn, Sänger und Moderator Bernd Peter Fleming, und ihren Lebensgefährten, Keyboarder Bruno Masselon, proben. „Ein bisschen aufgeregt bin ich schon“, räumt Arico-Cieslik ein. „Ich find’s total interessant, mitzuerleben, wie die Band hier aufgebaut wird, wie sie sich eingroovt – ich bin sonst als Zuhörer hier im Capitol“, berichtet die Frankenthalerin.

Als erste Kandidatin greift Angelika Reutter in Begleitung der vier Instrumentalisten zum Mikrofon – und John Lennons „Imagine“ beginnt, klangvoll den Raum zu fluten. Am Abend, so ergibt es die Ziehung der Auftrittsreihenfolge (während Jurorin und Sängerin Monika Silvertooth parallel dazu eine knisternd-rockige Kostprobe von „Nutbush City Limits“ gibt) wird es dagegen Thomas Berzel aus Annweiler sein, der mit „She’s Out Of My Life“ den Wettbewerb eröffnet. Nervös? „Warum sollte ich, wir sind Musiker“, meint der 55-Jährige gut gelaunt. Das Gefühl sei wichtig, betont er: „Da geht es gar nicht darum, dass du gewinnst“, sondern darum, „zu zeigen, was die Musik eigentlich sagt.“

„Man hat das Gefühl, sie ist dabei“

Zuvor, nachdem die Band ihren Soundcheck beendet hat, stimmt Bernd Peter Fleming in Begleitung der Musiker als erste eigene Songprobe kraftvoll „Mercy Mercy Me“ an. „Super schön“, beschreibt er die Atmosphäre wenige Stunden vor der Wettbewerbs-Premiere. „Es war sehr viel Vorbereitungszeit, sehr viel Auseinandersetzung wieder mit dem Lebenswerk meiner Mutter, mit ihren gesamten Konzerten, Auftritten, Liedern“, erläutert er. „Es ist wieder eine Präsenz wie bei dem Hommage-Konzert, damals im März. Man hat das Gefühl, sie ist dabei. Ich denke, wir tun das Richtige, wir erhalten ihr Lebenswerk für die Fangemeinde und für uns.“ mav

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