Kultur

Klassik Kurpfälzisches Kammerorchester gibt Schlosskonzert

Der musikalische Kreis schließt sich hier

Eine Ära geht zu Ende: Das sechste Mannheimer Schlosskonzert des Kurpfälzischen Kammerorchesters (KKO) im Rittersaal war gleichzeitig das letzte, das Johannes Schlaefli als Chefdirigent leitete. Nach sechs Jahren beim KKO wird Schlaefli mit der Saison 2019/20 zum Collegium musicum Basel wechseln, sein Nachfolger in Mannheim wird der renommierte französische Klarinettist und Dirigent Paul Meyer.

Klangliche Besonderheit

Auf welches interpretatorische Niveau Schlaefli „dieses wunderbare Orchester“(Schlaefli) hob, zeigte sich gleich zu Beginn bei der Sinfonie E-Dur von Ignaz Holzbauer, eines prominenten Vertreters der Mannheimer (Komponisten-)Schule. Schlaefli arbeitete deren klangliche Besonderheiten mustergültig heraus, ihren dynamischen Abwechslungsreichtum, ihre Beweglichkeit und Lebendigkeit.

Eine Marimba, ein Xylophon-ähnliches Schlaginstrument, erlebt man nicht oft im Konzert, schon gar nicht als Soloinstrument. Hier gab’s das gleich zweimal: als Bearbeitung von Bachs Violinkonzert a-Moll und im Marimbakonzert von Emmanuel Séjourné von 2005. Die Solistin Katarzyna Mycka erwies sich in beiden Fällen als eine mit allen artistischen Attributen (Schnelligkeit, Beweglichkeit) ausgestattete Virtuosin. Ihr Auftritt war beides zugleich: ein artistisches und musikalisches Ereignis. Man konnte nur noch staunen, auch über die klangliche Differenzierungsfähigkeit und Sensibilität dieses Schlaginstruments.

Antonín Dvoráks Streicherserenade stellt ganz eigene Anforderungen an ihre Interpreten – einen schwelgerischen Ton und feine, geschmackvoll gestaltete Übergänge. Das KKO hörte sich an, als sei es schon immer auf romantische Musik spezialisiert, und auch das gehört zu den Verdiensten Johannes Schlaeflis. Als Zugabe spielte das Orchester einen Satz aus der Streichersuite Leo Janáceks; mit ebendieser Suite begann vor vielen Jahren die Zusammenarbeit zwischen Johannes Schlaefli und dem KKO. Der Kreis schließt sich.