Kultur

Der Neubau: Wer zahlt was?

Archivartikel

Die Stiftung Kunsthalle ist Bauherr des Neubaus und schenkt ihn schlüsselfertig der Stadt, die ihn betreibt. Das Investitionsbudget umfasst Abriss, Neubau, Ausstattung und Außenanlagen und ist mit insgesamt 68,3 Millionen Euro veranschlagt. Davon trägt die Hector Stiftung II Kunst gGmbH 50 Millionen Euro.

Die Stadt Mannheim zahlt für den reinen Bau 10 Millionen Euro. Das Geld stammt nicht aus dem regulären Etat, sondern einem Sonderfonds. In ihm wurde vor Jahren der Erlös des Verkaufs von einigen MVV-Aktien speziell für ein Sonderprojekt, wie es damals hieß, zurückgelegt. Zudem übernimmt die Stadt mit 2,056 Millionen Euro die Außenanlagen inklusive öffentlicher Gehwege.

Aus der Städtebauförderung des Landes Baden-Württemberg kommen rund 2,2 Millionen Euro für Abbruchmaßnahmen, die über die städtebauliche Erneuerungsmaßnahme „ASP Innenstadt Planken“ gedeckt sind.

Die Stiftung Kunsthalle gab, da der Bau im Budget blieb, im März die „Bereitschaftserklärung“ ab, mehr zu finanzieren als anfangs geplant – nämlich auch Teile der Inneneinrichtung, die zunächst allein Sache der Stadt gewesen wäre. Nun trägt die Stiftung 2,2 Millionen Euro davon, bei der Stadt bleiben 1,4 Millionen Euro. Die von der Stiftung Kunsthalle eingeworbenen Spenden und Zuwendungen, die bereits erfolgt sind, betragen 6,48 Millionen Euro. Davon sind 2,03 Millionen Euro für das Grundstockvermögen (das Zinsen tragen und laufende Projekte ermöglichen soll) und 4,45 Millionen Euro für das Verbrauchsvermögen, sprich die Neubaufinanzierung. 3,6 Millionen Euro davon sind bereits geflossen, der Rest fest zugesagt.

Nicht im Investitionsvolumen Neubau enthalten sind die Kosten für das digitale Bildungs- und Vermittlungskonzept. Die Baden-Württemberg Stiftung unterstützt dieses Konzept mit einer Extraförderung von 1,85 Millionen Euro. Die Stadt Mannheim bringt 600 000 Euro für die Medientechnik ein. Der Betriebskostenzuschuss der Stadt steigt ab 2018 von bisher 3,51 auf 5,27 Millionen Euro. Ob diese Mittel reichen, ist unklar.

Weitere Gelder will ein Stifterkreis, der bereits 57 Mitglieder hat, jährlich zuschießen. Zunächst sind es 755 000 Euro ab 2019, Ziel sind 1,2 Millionen Euro jährlich.

Als Quelle dafür sind bereits einige Gelder fest eingeworben. 400 000 Euro pro Jahr – ab 2018 für die Dauer von zehn Jahren – hat die Hector-Stiftung fest zugesagt. 150 000 Euro bringt Fuchs privat auf, 50 000 Euro ab 2019 die Heinrich-Vetter-Stiftung. Fuchs wirbt weiter, aber auch die Kunsthalle wolle „projektbezogene Sonderspenden für jeweils konkrete Ausstellungsvorhaben einwerben“, heißt es.

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