Kultur

Geburtstag US-Popstar Billy Joel wird heute 70 Jahre alt / Er hat 13 US-Top-Ten-Hits und 150 Millionen Alben weltweit verkauft

Der „Piano Man“ beschwört gute alte Zeiten

Archivartikel

Seit knapp sechs Jahren geht das nun schon so: Der Superstar klettert ein Mal pro Monat auf dem Landeplatz vor seiner Riesenvilla in der Vorstadt in den Hubschrauber, dann singt er knapp drei Stunden im berühmten Madison Square Garden mitten in New York seine Hits – und während noch die letzten Fans aus der Arena tröpfeln, ist er schon längst wieder auf dem Weg nach Long Island.

Heute wird Billy Joel in dieser monatlichen „Residency“ im „Garden“ zum 64. Konzert in Folge aufbrechen. Und die Stimmung dürfte dann eine Besondere sein: Es wird Joels Jubiläumskonzert zum 70. Geburtstag.

Der andauernde Erfolg des Mannes, der am 9. Mai 1949 als Kind eines deutschen jüdischen Vaters und einer britischen jüdischen Mutter im Arbeiterviertel Bronx geboren wurde, ist erstaunlich. Depressionen Anfang der 70er Jahre und einen Selbstmordversuch hat er überstanden. Und seit mehr als 25 Jahren hat er kein Album mit neuer Popmusik mehr veröffentlicht.

Noch immer gefragt

Insgesamt kommt er aber auf sechs Grammys, 13 Top-Ten-Singles und knapp 85 Millionen verkaufte Alben laut dem Verband der Musikindustrie der USA, RIAA – weltweit sind es laut Joels eigener Homepage 150 Millionen. Der „Piano Man“, sein heutzutage vielleicht bekanntester Song, schaffte es aber in den Billboard-Charts der USA im Jahr 1974 nur auf Platz 25. „It’s Still Rock and Roll to me“, „We Didn’t Start the Fire“ und „Tell Her About It“ landeten dagegen alle auf der Eins. Auch Joels Konzerte sprengen die Dimensionen: 1978 spielte er zum ersten Mal im 20 000 Personen fassenden Madison Square Garden, auf 110 Konzerte und mehr als zwei Millionen verkaufte Tickets kommt Joel laut Veranstalter dort insgesamt.

Wer einmal ein solches Konzert besucht, versteht das Erfolgsgeheimnis schnell: Billy Joel gibt den Massen, was sie verlangen. In der ersten Hälfte der Shows geht das sogar so weit, dass er dem Publikum stets zwei Songs eher aus der zweiten Reihe anbietet und den Applaus entscheiden lässt, was er spielt. Wenn dann in der zweiten Konzerthälfte die unverzichtbaren Klassiker „Uptown Girl“, „River Of Dreams“ oder „She’s Always A Woman To Me“ gespielt werden, geht das Publikum begeistert mit und schwelgt spürbar in Erinnerungen an die zurückliegenden Zeiten, die sich im Nachhinein einfacher anfühlen.