Kultur

Oper Kinder- und Jugendchor Doremi führt „Kalif Storch“ auf

Der Wert des rechten Worts

Archivartikel

Ein Hauch von Orient lag über dem sanft beleuchteten Gemeindesaal der Markuskirche. Menschen im fein bestickten Kaftan, in glänzenden Pumphosen und brokatbesetzten Westen scharten sich um die Bühne und entführten die Besucher ins Märchenland des „Kalif Storch“. Die Worpsweder Liedermacher Margarete und Wolfgang Jehn haben Wilhelm Hauffs Erzählung zur Oper umgeschrieben, die nun vom Mannheimer Kinder- und Jugendchor Doremi samt Kammerensemble der Musikschule aufgeführt wurde.

Von Chorleiterin Annette Großmann im Orchesterarrangement und szenischen Ablauf überarbeitet, bekam hier das Geschehen einen besonderen orientalischen Reiz. Meisterhaft gesungene Soli und Chorpassagen wechselten sich ab, führten unterstützt durch zwei Erzählerinnen durch das Märchen vom Kalifen zu Bagdad und seinem Großwesir, die sich durch ein Zauberwort in Störche verwandelten und nur mit Hilfe einer in eine Eule verzauberten Prinzessin wieder in ihre menschliche Gestalt zurückfanden.

Fantastische Klangmalerei

Lebendige Szenen öffneten sich hier: fröhlich das Basartreiben mit dem Auftreten des Krämers, den Wasserpfeife rauchenden Männern, der anmutigen Bauchtänzerin; Skurril das Leben der Störche am Wasser, anrührend das Klagen der Eule in der dunklen Ruine, unheimlich die Versammlung der Zauberer. Begleitet wurde das Geschehen durch die fantastische Klangmalerei des Orchesters aus Klavier, Cello, Blockflöte, Tamburin und Trommel (Djembe), die der vorwiegend auf der arabischen Tonleiter aufgebauten Komposition eine authentische Stimmung verlieh.

„Mutabor“ (ich werde verwandelt werden) heißt das von den Störchen vergessene wichtige Zauberwort. Hier gab es Anlass zum finalen Wunsch an das Publikum, den Annette Großmann durch ihren Chor verkünden ließ: „Jeder hat Schweres zu tragen … dazu möge euch allen das richtige Wort einfallen.“ Eine bemerkenswerte Aufführung, die mit langem Applaus belohnt wurde.

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