Kultur

Bachmann-Preis Katharina Schultens liest aus „Urmünder“

Deutsche eröffnet Wettlesen

Archivartikel

Die deutsche Autorin Katharina Schultens hat mit ihrem Romanauszug „Urmünder“ das Wettlesen um den Bachmannpreis eröffnet. Sie führte die Jury und das Publikum dabei am Donnerstag in Klagenfurt gedanklich an das Ende des 22. Jahrhunderts. In der Geschichte werden scheinbar einfache Begriffe von den Mädchen der Zukunft nicht mehr verstanden. Die Protagonistin stellt sich etwa vor, wie sie Wörter wie „Mann“ oder „Emilia“ erklären müsste. „Die Welt ist, wie wir sie nicht verhindert haben“, schreibt Schultens dabei. Ihrem Vortrag folgte eine Jurydiskussion. Der Literaturkritiker Hubert Winkels etwa zeigte sich beeindruckt, gab aber zu bedenken, dass der Text zu viele Motive auf engem Raum versammle. Insa Wilke, die die in Berlin lebende Autorin zum Wettbewerb eingeladen hatte, verteidigte ihre Wahl: „Der Text hat mich beeindruckt, weil er etwas tut, was man selten sieht: Er gibt der Imagination Freiheit.“

Beim Wettlesen um den renommierten Bachmannpreis nehmen insgesamt 14 Autorinnen und Autoren teil, fünf von ihnen kommen dieses Jahr aus Deutschland. Nach Schultens präsentierte die Wienerin Sarah Wipauer einen Text, den sie in eine Raumstation ins Weltall verortete und der von Gespenstern handelte.

Die Vergabe des nach der Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (1926-1973) benannten Preises ist für Sonntag geplant. Die Autoren haben bis dahin jeweils 25 Minuten Zeit, um ihre Texte zu präsentieren. Neben dem Bachmann-Preis werden vier weitere Preise vergeben, darunter ein Publikumspreis.