Kultur

"Die Anfänge von allem"

"Die wichtigsten Erfindungen haben keine Erfinder", stellt der Wissenschaftsjournalist Jürgen Kaube in seinem neuen Buch fest. Doch diese "Erfindungen" sind es gerade, die uns Menschen und unsere Kultur ausmachen. In "Die Anfänge von allem" erzählt der Autor und Mitherausgeber der "FAZ" vom Anfang des aufrechten Ganges, der Sprache, des Kochens, der Religion, der Kunst, des Staates oder auch des Geldes. Die allermeisten der hier auf durchschnittlich je 20 Seiten vorgestellten, folgenreichen Entwicklungen lassen sich nur ungefähr zeitlich eingrenzen, und längst nicht alles ist über sie und ihre Hintergründe bekannt. Kaube fasst die neuesten Ansichten aus einzelnen Wissenschaften, besonders der Anthropologie und Archäologie, zusammen. Er wägt die Standpunkte gegeneinander ab, führt an, worauf sie jeweils aufbauen, und lädt die Leser dazu ein, sich eigene Gedanken über die strittigen Fragen zu machen. Erzählte Menschheitsgeschichte und Wissenschaftsgeschichte gehen in diesem anregenden und aufschlussreichen Buch Hand in Hand. Und wie nebenbei wird so auch ein weiterer "Anfang" umrissen. Es scheint eine sehr menschliche Eigenschaft zu sein, sich über Anfänge Gedanken zu machen und darüber auszutauschen. Warum? Einen Grund verdeutlicht Kaube besonders - es belebt den Verstand. tog

Die Anfänge von allem. Rowohlt Berlin Verlag. 448 Seiten, 24,95 Euro.