Kultur

Klassik Staatsphilharmonie mit Mozart, Schubert, Muntendorf

Die Groteske heißt "Crack"

Dieser Schubert hat Schwung und Esprit. Er wirkt federnd leicht, von geradezu tänzerischer Eleganz. Dirigent Hubert Soudant gibt vor allem den Bläsern der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz eine gut ausgeleuchtete Bühne. Die Instrumentalisten nutzen sie mit impulsiven Einsätzen.

Kein Leichtgewicht

Soudant legt in straffen Tempi spannungsvolle Steigerungen an, um den Klang festlich aufstrahlen zu lassen. Dennoch keine Spur von Bräsigkeit, stattdessen ein elektrisierendes Finale, zu dem die Kontrabässe einen hurtigen "walking bass" beisteuern. Schuberts 8. Sinfonie (C-Dur) atmet Mozartsche Unbeschwertheit, ohne ihre klassische Größe zu verspielen.

Auch Mozarts 9. Klavierkonzert in Es-Dur ("Jeunehomme") ist, trotz seiner juvenilen Dynamik, kein Leichtgewicht. Lise de la Salle spielt es zum Auftakt der sinfonischen Saison im BASF-Feierabendhaus mit unbekümmertem Vorwärtsdrang und perlender Brillanz, aber - in den Kadenzen wie im Mittelsatz - durchaus mit Sinn für Hintergründigkeiten. Das Orchester begleitet die französische Pianistin mit Empathie, doch im Wechsel mit der Solistin nicht immer hochsensibel. Glitzernd romantisch: de la Salles Zugabe, Liszts Bearbeitung von Schumanns "Widmung" ("Liebeslied"). Zu Beginn hörten die Konzertbesucher "Crack" als Teil eines Porträts der zeitgenössischen Komponistin Brigitta Muntendorf mit geräuschvollen Anspielungen und martialischen Dekonstruktionen des Heldenthemas in der Musik. "Crack": eine Groteske, die so klingt wie sie heißt. urs