Kultur

Open Air „LaBrassBanda“ und Johannes Oerding gastierten an zwei Abenden am Mainufer in Kitzingen

Die musikalische Melange mundete vortrefflich

Archivartikel

An zwei aufeinanderfolgenden Abenden begeistern die jeweiligen Headliner LaBrassBanda und Johannes Oerding in Kitzingen. Doch auch der Support mit „TheMostCompany“ und „Adesse“ kann überzeugen.

Wetter und Location müssen bei Open-Air-Veranstaltungen passen, sonst bereitet Musikhören unter freiem Himmel keinen großen Spaß.

Eindrucksvolle Kulisse

Die Voraussetzungen auf den Bleichwasen in Kitzingen, unmittelbar am Main und zu Füssen der Alten Mainbrücke gelegen, zugleich Schlusspunkt des Geländes der Kleinen Landesgartenschau, die hier vor sieben Jahren stattfand, sind diesbezüglich gut.

Doch Musik vor dieser eindrucksvollen Kulisse lockt auch eine nicht unerhebliche Zahl an Zaungästen an, die dem abendlichen Treiben, an die Brückenbrüstung gelehnt, lauschen oder es sich zwischen dem Festplatz und dem Schwimmbad Aqua Sole bequem gemacht haben.

Der erste Abend gehört den Brass Bands. „TheMostCompany“ orientiert sich zwar mit der besonderen Schreibweise des Bandnamens an „LaBrassBanda“, musikalisch sind die Sieger des Volxmusik Grand Prix 2018 allerdings sehr viel rockiger und poppiger unterwegs.

Die Spielfreude, die die Österreicher demonstrieren, begeistert das Publikum. Ihr Mix aus Rock, Funk und Reggae wird durch dreifachen Bläsereinsatz mit österreichischen Traditionals angereichert. Die Melange passt.

Kleines „Jubiläum“

Vor ziemlich genau zehn Jahren waren „LaBrassBanda“ zu Gast beim Kitzinger Stadtfest. In diesem Jahr feiert die Band um Frontmann Stefan Dettl ihr zehnjähriges Bestehen. Er moderiert den gut zweistündigen schweißtreibenden Auftritt der Band, der die dunklen Regenwolken über Kitzingen vertreibt, so dass es anderswo abregnen kann.

Am zweiten Abend liegt der Akzent auf zwei deutschen Singer-Songwritern. Der 31-jährige Adesse hätte als Jugendlicher genauso gut den Weg zum Profifußballer einschlagen können, hat das runde Leder dann doch lieber seinen Freunden, den beiden „Boateng-Brüdern“, überlassen und sich ganz der Musik gewidmet, die ihm eine Herzensangelegenheit ist. Davon überzeugt er mit spielerischer Leichtigkeit auch das Kitzinger Publikum.

Der Frauenanteil im Publikum ist ausgesprochen hoch.

Johannes Oerding weiß das und kokettiert mit dem Umstand, dass wohl der eine oder andere männliche Begleiter zum Auftritt des Wahlhamburgers mehr oder weniger geschleift wurde.

Die Songs des 37-Jährigen können sich dabei geschlechterübergreifend durchaus hören lassen. Seine Band spielt exzellent. „So schön“ – das Publikum feiert Johannes Oerding gebührend, der natürlich um Zugaben nicht herumkommt.

Vorband und Headliner waren an den beiden Sommerabenden am Kitzinger Mainufer sehr gut aufeinander abgestimmt.

Mit insgesamt knapp 3000 zahlenden Gästen dürfte das Potenzial für weitere Konzerte in der Großen Kreisstadt allerdings noch nicht ganz ausgereizt sein. Gerald Langer