Kultur

Oscars Deutsche Ko-Produktion „The Cave“ von Feras Fayyad dokumentiert Arbeit syrischer Ärztinnen / Jury-Wahlen in allen 24 Preiskategorien abgeschlossen

Die Stimme der leidenden Kriegskinder

Archivartikel

Kurz vor der Oscar-Verleihung ist der syrische Regisseur Feras Fayyad mit seiner deutschen Ko-Produktion „The Cave“ in Hollywood gefeiert worden. Der Dokumentarfilm begleitet ein Team von Ärztinnen in Syrien, die in einem unterirdischen Krankenhaus Kriegsopfer behandeln und gegen systemischen Sexismus kämpfen. „The Cave“ ist eine von fünf Oscar-nominierten Dokus. Die Teams stellten in der Nacht zum Mittwoch ihre Werke vor.

„Ich lebe in Dänemark und Deutschland im Exil und habe dort Unterstützung für meinen Film bekommen, um die harte Realität in meiner Heimat zu zeigen“, sagte Fayyad am Rande des Empfangs. „Wir müssen hinsehen, was sich dort abspielt, denn diese Ärztinnen riskieren ihr Leben.“

Fayyad hatte erst nach wochenlangen Bemühungen ein Visum für die Einreise in die USA bekommen. In letzter Minute wurde auch seiner Protagonistin die Einreise bewilligt. Die junge Kinderärztin Amani Ballour, die das unterirdische Krankenhaus leitete, wurde in der Filmakademie mit lautem Applaus gefeiert. „Ich bin hier in den USA, als Stimme für die Frauen und Kinder in Syrien, die seit neun Jahren leiden“, sagte die muslimische Ärztin, die inzwischen von Syrien aus in die Türkei flüchten musste.

900 Juroren stimmen ab

Fayyad hatte den Film zwischen 2017 und 2018 in Ost-Ghouta bei Damaskus gedreht, wo Hunderttausende Menschen schweren Bombardierungen ausgesetzt waren. Der Regisseur war schon vor zwei Jahren mit der Doku „Die letzten Männer von Aleppo“ über ehrenamtliche Helfer der Hilfsorganisation Weißhelme in Syrien für einen Oscar nominiert gewesen.

Die Oscar-Verleihung sei für ihn eine wichtige Plattform, sagte der Regisseur. In Syrien habe man ihm die Redefreiheit weggenommen, doch hier könne er hoffentlich seine Mission vorantreiben: „Über das Schicksal meiner Heimat aufklären und für Frieden kämpfen.“ Der Film „Eine Klinik im Untergrund – The Cave“ soll am 1. Juli in der ARD gesendet werden.

Derweil stehen die Gewinner der Oscars fest, der Ausgang der Wahl ist aber natürlich noch offen. Bis zum Dienstagabend (Ortszeit) mussten die Stimmzettel der fast 9000 Juroren bei der Filmakademie eingegangen sein. Bis zur Gala am Sonntag zählen Mitarbeiter die Stimmen in 24 Preiskategorien aus.

Mit elf Nominierungen ist der Film „Joker“ der große Favorit, jeweils zehn Chancen haben „The Irishman“, „1917“ und „Once Upon a Time in Hollywood“. Als Schauspieler sind unter anderem Leonardo DiCaprio, Adam Driver, Joaquin Phoenix, Renée Zellweger und Charlize Theron im Rennen. dpa

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