Kultur

Auszeichnung Heidelberg ehrt deutsche Autorin

Domin-Preis an Wodin

Archivartikel

Der mit 15 000 Euro dotierte Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil der Stadt Heidelberg geht in diesem Jahr an Natascha Wodin. Das teilte die Stadt am Freitag mit. Die Auszeichnung wird alle drei Jahre an Schriftstellerinnen und Schriftsteller vergeben, die im Exil in Deutschland leben oder als Nachkommen mit dem Thema in Berührung kamen, sich literarisch damit auseinandersetzten und in deutscher Sprache publizieren. Der Preis erinnert an die Heidelberger Lyrikerin Hilde Domin, die während des Nationalsozialismus im Exil in der Karibik lebte.

Preisverleihung im Dezember

In der Begründung der Jury für die Vergabe heißt es: „Das Werk der deutschen Autorin ist durchwirkt von Erfahrungen des Fremdseins, der Entfremdung, des Befremdens. Und es ist zugleich ein Werk, das von der Rettung durch Sprache gezeichnet ist.“ Wodin, Tochter eines Russen und einer Ukrainerin, habe sich durch die deutsche Sprache behauptet. Sie veröffentlichte Bücher wie „Die gläserne Stadt“ (1983), „Nachtgeschwister“ (2009), „Sie kam aus Mariupol“ (2017) und „Irgendwo in diesem Dunkel“ (2018). Ihre Bücher entzögen sich allen Migrations-schablonen und leichtgängigen Zuschreibungen. Wodin habe mit den zuletzt erschienenen Romanen „eine überfällige Erzählung gestiftet für das Schicksal von Millionen sowjetischen Zwangsarbeitern in Deutschland“. Wodin wurde 1945 als Kind sowjetischer Zwangsarbeiter im bayerischen Fürth geboren. Der Preis soll im Dezember verliehen werden. 

Zum Thema