Kultur

Haste Töne Dritter Abend auf dem Museumsschiff

Drei Damen und ein Mann für alle Fälle

Der dritte „Haste-Töne“-Abend auf dem Mannheimer Museumsschiff war mit dem Auftritt des Frauen-Trios Damen einem flotten Dreier aus Gesang und E-Klavier gewidmet. Durch das Programm, sogleich als absoluter Bühnenprofi zu erkennen, führte die südhessische Frontfrau Ira Diehr, die schon im letzten Sommer hier gastiert hatte. Für diesmal hatte sie sich mit den beiden Nachtigallen-Mitgliedern Sandie Wollasch und Michi Tischler zum furiosen Trio ohne Wert gemausert („Wir sind zu allem fähig, aber zu nichts zu gebrauchen“).

Nicht zu vergessen Michael Quast am Keyboard, dessen pianistische Finesse beträchtlich zum Triumph der Gruppe beitrug. Dargeboten wurden populäre Oldies, aber Goodies. Deren Spektrum reichte von den Andrew Sisters bis Adele und von Nina Simone bis zu den Beatles reichte.

Ganz egal, ob sich die Damen bei den witzigen Supremes, Ella Fitzgerald, Tina Turner oder Marilyn Monroe bedienten, immer kam etwas ganz Eigenes dabei heraus. Was die drei mindestens so stimmgewaltigen wie launigen Sirenen und ihr listenreicher musikalischer Odysseus an gelungener Performance auf die Planken des schon von der zweiten Nummer an gründlich gerockten alten Kahns vexierten, war im höchsten Maß gekonnt. Ob Gospel oder Filmmusik („Out Of Rosenheim“), Soul-Solo oder A-cappella-Zugabe: Die Bandbreite der Ausdrucksmittel, über die die Damen verfügten, war entschieden aller Ehren wert.

Kein reiner Dienstbote der Diven

Einmal ausgesprochen sexy – etwa bei Lady Marmelades „Voulez-vous coucher avec moi ?“ –, dann wieder ätherisch leicht („What a wonderful world“) oder voll mit expressivem Schmiss („Bei mir bist du schön“) – die Damen zündeten einen Höhepunkt nach dem anderen. Und erst Michael Quast. Er war kein Dienstbote der Diven, er war selber eine. Keinesfalls von seinen Damen an der kurzen Leine geführt, genoss er alle Freiheit, sich improvisierend klangschön zu verwirklichen, was ihm nicht selten starken Szenenapplaus eintrug. Überaus sympathisch schließlich die Bescheidenheit, mit der die Band ganz hinter ihre Rock- und Popidole ohne jede Profilierungssucht zurücktrat. Ein so gelungener wie ansprechender Abend.

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