Kultur

Auszeichnung LiBeraturpreis geht an syrische Dichterin

Ehre für Lina Atfah

Archivartikel

Die Autorin Lina Atfah erhält für ihren Gedichtband „Das Buch von der fehlenden Ankunft“ den LiBeraturpreis 2020. Das öffentliche Voting habe die 1989 in Syrien geborene und seit 2014 in Herne (Nordrhein-Westfalen) lebende Literaturwissenschaftlerin klar für sich entschieden, teilte die Frankfurter Buchmesse am Freitag mit. Die Verleihung der mit 3000 Euro verbundenen Auszeichnung finde am 15. Oktober in Frankfurt statt. Die Laudatio halte die Offenbacher Dichterin Safiye Can.

Atfah sei die erste Autorin, die den LiBeraturpreis für einen Gedichtband bekomme, und die erste, die in Deutschland lebe, hieß es. Ihre Verse richteten „in präziser Bildhaftigkeit wie Schnappschüsse“ den Fokus auf die zerrissene Heimat Syrien, auf Flucht, Vertreibung und Verbrechen. Aber auch sinnliche Gedichte seien in dem Band versammelt, „vollgesogen“ von allerlei arabischen Mythen und Geschichten. „Das Buch von der fehlenden Ankunft“, übersetzt von Suleman Taufiq und anderen, ist im Pendragon-Verlag erschienen. Der LiBeraturpreis wird jährlich an Autorinnen aus Entwicklungsländern für ein neues auf Deutsch erschienenes Buch vergeben. Die Auszeichnung wurde 1987 von der Frankfurter Initiative LiBeraturpreis ins Leben gerufen. 2013 übernahm der Verein Litprom die Vergabe, der eng mit der Buchmesse kooperiert. 

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