Kultur

Literatur Zahlreiche Debüts haben es auf die Longlist des Deutschen Buchpreises geschafft / Ehrung für „besten deutschsprachigen Roman des Jahres“

Ein Ausrufezeichen für die Gegenwartsliteratur

Archivartikel

Reihenweise haben es erste Werke junger Autoren in die Vorauswahl für den Deutschen Buchpreis 2019 geschafft. Auf der Longlist, die 20 Titel als Anwärter für den Preis umfasst, stehen aber auch bekannte Namen wie Saša Stanišić, Ulrich Woelk oder Marlene Streeruwitz. „Um die Zukunft des Lesens und des Schreibens muss uns da nicht bange sein“, sagte der Sprecher der siebenköpfigen Jury, Literaturkritiker Jörg Magenau, am Dienstag in Frankfurt. „Besonders erfreulich“ findet die Jury, „dass es so viele gelungene Debüts zu entdecken gab“. Wie so oft kommen auch in diesem Jahr viele starke Bücher aus Österreich. Raphaela Edelbauer etwa erzählt in „Das flüssige Land“ vom Dorf Groß-Einland, unter dem ein riesiger Hohlraum liegt, über den zwar niemand spricht, der aber die Gesellschaft in die Tiefe zu reißen droht. Auch Angela Lehner zählt zu den neuen, jungen, österreichischen Autoren. Hauptperson im Psychiatrie-Roman „Vater unser“ ist laut Verlag „eine Geistesgestörte, wie es sie noch nicht gegeben hat: hochkomisch, besserwisserisch und zutiefst manipulativ“.

Ein weiteres Debüt aus dem Nachbarland kommt von Tonio Schachinger. „Nicht wie ihr“ beschreibt den arroganten Fußballprofi Ivo „mit Wiener Milieusprache und herrlichen Fußballmetaphern“, so der Verlag über das im September erscheinende Buch. Auch „Gelenke des Lichts“ von Emanuel Maeß ist ein Erstlingswerk, ein Bildungs- und Schelmenroman aus der DDR.

Frauen stehen oftmals im Fokus

Im Mittelpunkt vieler nominierter Bücher stehen Frauen. Karen Köhlers „Miroloi“ spielt auf einer abgeschotteten Insel, auf der Männer das Sagen und Frauen keinerlei Rechte haben – bis sich ein weibliches Findelkind gegen das Patriarchat auflehnt. In Nora Bossongs „Schutzzone“ vermittelt eine UN-Mitarbeiterin in einem Luxushotel zwischen verfeindeten Staaten. Andrea Grill erzählt in „Cherubino“ von einer Sängerin, die ihre Schwangerschaft verschweigt.

Einer der bekanntesten Namen auf der Liste ist Saša Stanišić. „Herkunft“ hat bereits die Bestsellerlisten erobert. Ein ebenso witziges wie hintergründiges Buch über den Zufall, irgendwo geboren zu werden, und was sich daraus entwickeln kann. Für TV-Kritiker Dennis Scheck „eines der intelligentesten, geistsprühendsten und – nicht zuletzt – formal innovativsten Bücher dieses Frühjahrs“.

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