Kultur

Auszeichnung „Turner“ geht an die vier Nominierten

Ein Preis für alle Künstler

Der renommierte Turner-Preis geht erstmals an alle vier nominierten Künstler. Ausgezeichnet wurden Helen Cammock, Tai Shani, Lawrence Abu Hamdan und Oscar Murillo. Die zwei Frauen und zwei Männer hatten die Jury in einem Brief darum gebeten, den Preis teilen zu dürfen, als Statement der „Gemeinsamkeit, Vielfalt und Solidarität in einer Zeit der politischen Krise“. Sie wollten damit nach eigenen Angaben ein Zeichen setzen „in einer Ära, die vom Aufstieg der Rechten und von der Erneuerung des Faschismus geprägt“ sei.

Mit ihrer Bitte hätten die Nominierten der Jury eine Menge zu denken gegeben, sagte deren Vorsitzender und Direktor der Tate Britain, Alex Farquharson, bei der Verleihung am Dienstag im englischen Margate. Aber es sei „sehr im Geiste des Werkes dieser Künstler, Konventionen herauszufordern, polarisierten Weltsichten zu widerstehen und andere Stimmen zu vertreten“.

Ihr Werk sei „inkompatibel mit dem Wettbewerb-Format, dessen Tendenz es sei, zu spalten und zu individualisieren“, teilten die Künstler in einer gemeinsamen Erklärung mit, die von Cammock verlesen wurde. Die Britin war für einen Film über die Rolle von Frauen zu Beginn des Nordirland-Konflikts nominiert.

Unter den Preisträgern sind bislang erst zwei Deutsche: der Fotograf Wolfgang Tillmans (2000) und die Malerin Tomma Abts (2006). dpa

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