Kultur

Film Volker Schlöndorff wollte noch kreativer sein

Ein wenig unzufrieden

Archivartikel

Regisseur Volker Schlöndorff hadert mit seiner Lebensleistung. „Materiell habe ich es geschafft, das ist unbestreitbar“, sagte der Filmemacher („Die Blechtrommel“) dem evangelischen Monatsmagazin „chrismon“ (Oktober-Ausgabe). „Was Schöneres hätte ich mir nicht vorstellen können, als heute in diesem Haus am See zu sitzen“, räumte der in Potsdam lebende 81-Jährige ein. Auf der kreativen Seite aber habe er den Anspruch, den er als Jugendlicher an sich gehabt habe, nicht erfüllt – „und das ist durch den ganzen Erfolg nicht aufzuwiegen“.

Lebendig fühlt sich der erste deutsche Regie-Oscar-Preisträger, wenn er im Wald läuft. „Ich sehe das Grün, die Bäume, ich sehe das Licht in den Blättern“, sagte Schlöndorff. „Dann reiße ich begeistert die Arme hoch, das habe ich schon als Kind gemacht.“ Eine besondere Vorstellung von Gott hat er nicht. „Ich denke, da ist ein höheres Gesetz“, sagte Schlöndorff, „ein Algorithmus, würde man heute sagen, der im Weltall schwebt.“ Auch wenn man nicht an Gott glaube, könne man beten, fügte er hinzu: „Ein Stoßseufzer, ein Anflehen“. Als Kind habe er gebetet, aber dabei sei es eher um die Erinnerung an seine früh gestorbene Mutter gegangen.

Unterdessen erwägt Schlöndorff, die Dokumente seines Filmschaffens aus Frankfurt abzuziehen und nach Wiesbaden oder Potsdam zu geben. Der Regisseur sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa): „Sowohl meine Heimatstadt Wiesbaden als auch das Filmmuseum Potsdam interessiert sich für meinen Vorlass.“ 1992 hatte der Regisseur alle noch vorhandenen Unterlagen zu Filmen ans Deutsche Filminstitut & Filmmuseum (DFF) gegeben. 

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