Kultur

Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz zu den Philharmonikern

„Eine klassische Landesaufgabe“

Nach dem Konzert der Mannheimer Philharmoniker beantwortete Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz in der 14. Etage der Elbphilharmonie Fragen zu dem Projekt von Boian Videnoff.

Herr Kurz, die Mannheimer Philharmoniker im derzeit berühmtesten Konzertsaal der Welt – wie hat Ihnen das Konzert gefallen?

Peter Kurz: Sehr gut. Es ist einfach wunderbar, die Spielfreude des jungen Orchesters zu erleben. Es war ein großer Erfolg, und die große Resonanz hat das Orchester weit getragen.

Ein junger Mannheimer Klangkörper in der Hansestadt: Bringt das der Stadt einen Renommee-Gewinn oder Ähnliches?

Kurz: Grundsätzlich eine Präsenz als Kulturstadt zu haben, als eine Stadt, in der interessante Projekte verwirklicht werden wie dieses Orchester, das ja ein Ausbildungsprojekt ist, ist eine Botschaft, die zu Mannheim als Unesco City of Music passt. Und zu unserem Thema „Stadt der Talente“. Das ist ein Gewinn und deshalb engagiert sich hier auch das Stadtmarketing.

Die leidige Frage kann ich Ihnen nicht ersparen: Sie sind da, Kämmerer Christian Specht ist da und überhaupt fast alle, die man unter „Tout Mannheim“ (ganz Mannheim) zusammenfassen könnte. Warum engagiert sich die Kommune nicht nachhaltig für dieses Projekt?

Kurz: Das Projekt ist aus privater Initiative heraus bemerkenswert gewachsen. Man muss zugestehen, dass ein weiteres klassisches Orchester nicht das war, was wir als kulturpolitisch notwendig sahen. Die Mannheimer Philharmoniker sind zudem vor allem ein Ausbildungsprojekt für professionelle Musiker, was eine klassische Landesaufgabe ist, insofern haben wir uns auf einzelne Projektförderungen beschränkt. Heute muss man über die Frage, wie man das Projekt nachhaltiger unterstützen kann, neu nachdenken – unter den Aspekten, dass wir ja auch Musikwirtschaft fördern und dies ein beispielgebendes Projekt ist und sich das Orchester zu einem wunderbaren Botschafter für die Stadt entwickelt hat. (dms)

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