Kultur

Geburtstag Schauspielerin Karin Schroeder wird 80

Eine Stimme für Bühne und Sterne

Archivartikel

Mit dem Wort „alt“ zu hantieren, mag zunächst wenig charmant klingen, wenn es sich um einen 80. Geburtstag handelt. Schauspielerin Karin Schroeder an ihrem Festtag aber der „alten Garde“ der Bosse-Ära zuzuordnen, ist allerdings höchst respekt- und ehrenvoll gemeint. Peter Rühring, Michael Timmermann, Gabriela Badura, Ernst Alisch, Adolf Laimböck, Helga Grimme oder Berthold Toetzke heißen ihre Kollegen jener Zeit, in der Jürgen Bosse Spielleiter der Sprechtheatersparte des Nationaltheaters war und die noch heute als die goldene gilt.

Das Theaterwunder, das sich vollzog, fand nicht nur auf der Bühne statt. Ein Ensemble von hoher künstlerischer Ausstrahlung war Stadtgespräch und machte von Mannheim aus Karriere – mit internationalen Gastspielen und auch in Funk und Fernsehen. Mit Claus Leininger war die am Salzburger Mozarteum Ausgebildete aus Essen ans NTM gekommen.

Zu hören im Planetarium

Mit ihr wurden „Die neuen Leiden des jungen W.“, Ulrichs Plenzdorfs Werther-Geschichte, 1974 zur Polit-Revue mit Kult-Charakter. Mit ihrer ernsten und ruhigen Ausstrahlung und vor allem ihrer warmen und klaren Altstimme wurde die intensive Darstellerin zum Langzeitpublikumsliebling. Als sie, wie viele Kollegen, mit Bosse 1988 nach Stuttgart wechselte, war das kein Abschied für immer. Gleich zweimal gehörte Karin Schroeder, die davor und danach auch immer wieder in Heidelberg zu sehen war, zum NTM-Ensemble: von 1974 bis 1988 und nochmals von 1994 bis 1996.

Dass sie hiesigen Theaterfreunden immer noch höchst vertraut ist, hat nicht nur mit ihrem Wohnort Weinheim und TV-Auftritten in Nico-Hofmann-Produktionen , sondern auch ihrer prägenden Präsenz als „Stimme des Planetariums“ zu tun. Möge sie uns noch lange zu den Sternen, denen des Firmaments und denen der Kunst, entführen. Herzlichen Glückwunsch!

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