Kultur

Klassik Motettenchor Mannheim singt Zoltán Kodály

Engelsklänge in der Adventszeit

Der Motettenchor Mannheim präsentierte unter der Leitung von Bezirkskantor Alexander Niehues in der Heilig-Geist-Kirche drei Werke des ungarischen Komponisten Zoltán Kodály: die Motette „Adventi ének“ (adventliches Lied), seine Missa brevis sowie „Laudes Organi“ (Lob der Orgel). Die Motette „Adventi ének“ aus dem Jahr 1963 sang der Chor a cappella vom hinteren Teil der Kirche aus und war dabei nicht zu sehen, die Zuhörer konnten sich vollständig auf den Klang konzentrieren. Es ist an diesem Abend das Stück mit den eingängigsten Melodien, denn Kodály hat zwar wie Belá Bartók ungarische Volksmusik erforscht, jedoch trotzdem Dissonantes, teils Atonales – oder zumindest nicht so Eingängiges in seine Kompositionen eingebaut.

Für den Gregorianischen Choral zu Beginn der Missa brevis traten fünf Herren hervor. Sie trugen die anspruchsvollen Passagen im reinsten Unisono ohne instrumentale Unterstützung vor. Eine großartige Leistung!

Beachtliches sängerisches Niveau

Im kurzen Kyrie der Messe wechselte sich Frauen- und Männergesang ab, dabei sangen die Frauen engelsähnlich. Im Gloria versprühte der Chor viel Energie. Insgesamt war das sängerische Niveau der rund fünfzig Sängerinnen und Sänger beachtlich, wenn man bedenkt, dass viele von ihnen Hobbymusiker sind. Selbst harmonisch anspruchsvolle und rhythmisch schwierige Stellen meisterte der Chor unter dem Dirigat von Alexander Niehues grandios. Alle Texte wurden auf Latein gesungen, die Übersetzungen standen zum Nachlesen im Programmheft. Als nicht ganz einfach erwies sich jedoch die Akustik und daher das Zusammenspiel von Chor und Orgel in der Heilig-Geist-Kirche.

Der Organist und Solist Wolfram Koloseus präsentierte sein Instrument bei der Missa brevis und bei Laudes Organi als facettenreich und agierte mit zahlreichen Registern. Mal spielte er gewaltig, mal düster, mal mit prachtvollem Klang. Nach kurzer Stille am Ende des Konzertes gab es begeisterten Applaus für Chor und den Orgelsolisten. Als Zugabe sang der Chor das Vokalstück vom Anfang: „Adventi ének“. Dieses Mal vom Altarraum aus, so dass man alle sehen konnte.

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