Kultur

Konzert Helge Schneider trat vor 1600 Zuhörern im Rahmen seiner „Ordnung muss sein“-Tour im Würzburger Congress Centrum auf

Entertainment-Guru mit gewollt imperfektem Ton

Es ist unfassbar voll an diesem Abend im Würzburger Congress Centrum. Über 1600 Menschen haben sich in der ausverkauften Halle eingefunden, um einem Künstler der besonderen Art zu lauschen. Helge Schneider stattet im Rahmen seiner „Ordnung muss sein!“ Tour Würzburg einen äußerst amüsanten Besuch ab.

Kaum hat Helge Schneider die Bühne betreten, ist auch schon das erste Lachen aus dem Publikum zu hören. Es scheint, als versetze bereits seine bloße Präsenz den ein oder anderen in Verzückung.

Im dunklen, wie immer etwas schlecht sitzenden Anzug, mit rotem Einstecktuch, schlurft er über die Bühne, zieht sein Mikrophonkabel hinter sich her und wird vom Publikum für jede noch so kleine Aktion mit Lachen und Beifall gefeiert. Helge Schneider bietet an diesem Abend von allem etwas: Ein bisschen Lyrik, ein wenig Poesie, seinen unverwechselbaren Nonsens, aber auch gute musikalische Einlagen, bei denen er tatkräftige Unterstützung von seiner Band erhält. Diese besteht aus dem Schlagzeuger Peter Thoms, dem Gitarristen Henrik Freischlader und dem Kontrabassisten Ira Coleman.

Natürlich dürfen auch kleine Seitenhiebe in Richtung Peter Thoms nicht fehlen, mit dem Helge Schneider bereits seit vielen Jahren zusammenarbeitet. Dieser sei wesentlich jünger, als er aussehe, und habe sich für seinen Look extra Falten ins Gesicht ritzen lassen, und auch eine OP an den Haarspitzen sei von Erfolg gekrönt.

Der 79-Jährige Thoms nimmt es mit Humor und beeindruckt an diesem Abend immer wieder mit seinem großen Können am Schlagzeug.

Auch Helge Schneider zeigt im CCW, dass sein Repertoire weit über seine typischen Blödeleien hinausreicht. Die vielen, auf der Bühne befindlichen Instrumente kommen bei ihm alle zum Einsatz. Egal ob Saxofon, Flügel, Gitarre oder Cello, jedem Instrument entlockt der selbsternannte „Entertainment-Guru“ an diesem Abend den perfekten oder gewollt imperfekten Ton.

Dass auch seine Band aus großartigen Musikern besteht, zeigen deren Soli, die beim Publikum große Begeisterung auslösen.

Es ist ein wirklich buntes und abwechslungsreiches Programm, welches Helge Schneider in Würzburg präsentiert. Und auch wenn sich am Humor des 63-Jährigen, über den er auch allzu oft selbst lachen muss, die Geister scheiden mögen, so hat er das Würzburger Publikum doch restlos begeistert.

Nach einem gut zweistündigen Programm verabschiedet sich Helge Schneider von seinen Fans, seine Band liegt „zur Konservierung schon in den vorbereiteten Salzwassertanks“. Es wird frenetisch applaudiert, und die Zuschauer verlassen mit der ein oder anderen hinzugekommenen Lachfalte und stark beanspruchten Lachmuskeln gut gelaunt das CCW.