Kultur

Raubkunst Verdachtsfall im Potsdamer Museum Barberini

Entscheidungzu Rückgabe steht aus

Die Gerichtsentscheidung über ein angebliches Raubkunst-Gemälde im Potsdamer Museum Barberini wird voraussichtlich erst kommende Woche fallen. Die Zivilkammer des Landgerichts Potsdam habe die Frist für eine Stellungnahme des Museums bis zum Freitag um 24 Uhr verlängert, sagte Gerichtssprecher Sascha Beck am gestrigen Donnerstag auf Anfrage.

Als „entartet“ verfemt

Die Erben eines französischen Sammlers fordern vor dem Gericht die Herausgabe des Werks „Regatta in Venedig“ des Neo-Impressionisten Henri-Edmond Cross (1856-1910), das derzeit im Barberini gezeigt wird. Das Bild wurde vom Museum of Fine Arts in Houston für eine Cross-Ausstellung in Potsdam ausgeliehen. Die Erben machen geltend, dass das Gemälde im Zweiten Weltkrieg beschlagnahmt worden sei. Die Werke von Cross waren von den Nationalsozialisten als „entartet“ verfemt worden. Eine Sprecherin des von SAP-Mitgründer Hasso Plattner initiierten Museums erklärte, man warte noch auf eine Antwort aus Houston zu dem Fall. Das Museum sei bemüht, den Sachverhalt aufzuklären. Das Bild war nach Angaben des Barberini 1958 von Politikerin und Wohltäterin Oveta Culp Hobby (1905-1995) dem Museum in Houston geschenkt worden. dpa