Kultur

Pop Der Rapper Cr7z im Weinheimer Café Central

Er überzeugt auch durch Tiefgang

Die „deepen Tracks“, sprich: die nachdenklichen, langsamen und melancholischen Lieder, die solle er live doch bitte weglassen, sei ihm geraten worden. „Weil so was nimmt man nicht mit auf eine Hip-Hop-Show“, rekapituliert Musiker Cr7z weiter, stehe doch zu befürchten, dass die Leute dann „nicht ausrasten und tanzen“ könnten. Der Rapper aus Rosenheim, mit bürgerlichem Namen Christoph Hess, macht sie trotzdem, die Sache mit den Tiefgang-Titeln.

Das erweist sich als die richtige Haltung, schließlich sorgt eines dieser persönlich gehaltenen Stücke auch für einen der besten Momente des Konzerts im Weinheimer Café Central: „Gebranntes Kind“, in dem der Musiker die Schmerzen eines gebrochenen Herzens verhandelt, stark und eindringlich über eine von DJ Eule gesteuerte, dunkel aufragende Bass- und Beat-Kulisse gerappt.

„Es ist immer eine Symbiose zwischen dem MC auf der Bühne und der Crowd“, analysiert Cr7z das wechselseitige Verhältnis zwischen Rapper und den Zuhörern, welche hier nicht nur offene Bereitschaft zeigen, sich von der Musik des 33-Jährigen begeistern zu lassen, sondern sich obendrein auch als textsichere Sprechgesang-Unterstützer erweisen – selbst bei neuen Stücken wie „Ich wollte dich nur wissen lassen“ vom im Dezember veröffentlichten Album „Ult7ma“. Der Auftritt im etwa zur Hälfte gefüllten Café Central markiert zugleich eine der letzten Stationen der Album-Tour, deren Vorprogramm Rap-Kollege Sam Sillah bestreitet.

An der Seite Xavier Naidoos

Bekannt ist Cr7z auch durch seine Mitwirkung am jüngsten Werk der Söhne Mannheims („MannHeim“). Der Hip-Hop-Künstler hatte hierbei an der Seite Xavier Naidoos beim umstrittenen Song „Marionetten“ und bei „Der deutsche Michel“ gerappt. Naidoo wiederum hatte Cr7z zuvor gesanglich bei zwei Songs auf dessen 2015er-Langspieler „7 Weltmeere“ begleitet – „Jetzt oder nie“ und „Zurück an den Anfang“, die beide auch in Weinheim zu Gehör gebracht werden. Bei Letzterem beweist Cr7z, dass er sich zudem trefflich auf Hochgeschwindigkeit-Rap versteht; genauso belegen Titel wie „Schneller als das Licht“ oder „7 Miles“ in der Zugabe, dass der Musiker eben auch im oberen Hip-Hop-Drehzahlbereich seine Qualitäten besitzt.