Kultur

Haste Töne Laney And The Snappy Rhythm Gang swingen

Erfrischend unprätentiös gesungen

Archivartikel

Worüber reden, zufällig mit angehört, junge Musiker aus dem Schwabenland in der Pause? Tatsächlich: übers Häuslebaue… Es hindert sie nicht daran, gleich wieder auf der Bühne des Museumsschiffs purer Spielfreude freien Lauf zu lassen. Dabei verwandelt sich dessen luftiges, angesichts der Hitze dennoch recht stickiges Oberdeck einmal mehr in einen amerikanischen Ballsaal der 1930er Jahre. Auch wenn, viel Platz dazu lässt der Publikumsandrang ohnehin nicht, nur ein, zwei Paare das Angebot nutzen, Swing zu tanzen.

Jazz aus der Swing-Ära ist Programm für die Stuttgarter Gruppe um die Sängerin mit Künstlernamen Laney. Stilecht wird es präsentiert, ohne ins Frenetische des heute modischen Neo-Swing abzugleiten. Ein einzelnes Stück davon fällt nicht aus dem Rahmen des geschmackvoll dargebotenen Repertoires. Weit überwiegend besteht es aus bestens bekannten Evergreens, von Fats Wallers „Honeysuckle Rose“ bis zur Sinatra-Nummer „Fly Me To The Moon“, einem Nachzügler des Genres aus den Fünfzigerjahren.

Schnörkellose Soli

Frontfrau Laney singt diese Melodien erfrischend unprätentiös, mit einer klaren, mädchenhaft jung klingenden Stimme, die nicht den Vamp vorspiegeln will. Zwischendurch vermitteln ihre Ansagen manches wenig Bekannte über die Stücke, das verrät ernsthaftes Quellenstudium.

Ähnlich schnörkellos wie die Sängerin gestaltet Lajos Bartha seine Soli auf Klarinette, Tenor- und Sopransaxofon, denen eine ungewöhnliche Vorliebe für Staccato-Passagen Individualität verleiht. Dabei scheint in seinen Variationen immer die Ausgangsmelodie durch, was auch nicht an der Tagesordnung ist im heutigen Jazz.

Dies trifft ebenso zu auf die Improvisationen von Steffen Hollenweger auf dem Kontrabass. Ansonsten bildet er, die genretypischen Viertel zupfend, das Rückgrat der Gruppe, zusammen mit Daniel Schwenger am Schlagzeug.

Frank Eberle schließlich schöpft am Klavier sehr einfallsreich aus einer Vielfalt pianistischer Techniken und erhält dafür einmal sogar Szenenapplaus mitten im Solo.