Kultur

Mozartfest Enthusiastischer Beifall für das Concerto Copenhagen

Erfrischendes Konzert

Ein rundum erfrischendes Konzert servierte im Kaisersaal der Würzburgher Residenz das Concerto Copenhagen unter der Leitung von Lars Ulrik Mortensen. Mitgebracht hatte das auf historischen Instrumenten spielende Orchester die Sinfonie g-Moll des Dänen Friedrich Ludwig Aemilius Kunzen, eines Zeitgenossen Mozarts.

Jenes Opus entpuppte sich als erquicklich plauderndes Werk, das unüberhörbar stilistische Merkmale klassischer Kompositionsweise in sich birgt. Kunzens sympathische Sinfonie hat es freilich schwer, aus dem Schatten des übermächtigen Wiener Dreigestirns Haydn-Mozart-Beethoven zu treten. Ihr origineller Unterhaltungswert indes hat seinen besonderen Reiz. Darauf folgten Wolfgang Amadeus Mozarts reifes Klavierkonzert Nr.12 A-Dur KV 414 und Joseph Haydns Klavierkonzert Nr.4 G-Dur mit Ragna Schirmer als Solistin am Hammerklavier, aus dessen zarter Besaitung sie Filigranes hervorzauberte.

Die schwerelos leise zirpenden Tonereignisse betörten durch Schirmers intime Anschlagskunst. Großen Anteil daran hatte das sublime, hin und wieder kraftvolle Akzente setzende Orchester im hellwachen Austausch mit der Solistin.

Der Dirigent verblüffte durch seine ausladenden, mit geschmeidigen Hän-den formende Art auf das Orchester einzugehen, womit er gleichsam pantomimisch das musikalische Geschehen erläuterte. Mortensen filterte ein hohes Maß an Feinheiten subtiler Dynamik bei durchwegs federnden Tempi aus der kostbaren Partitur. Jede Faser der Musik wurde akribisch beleuchtet. Maßvolle Vehemenz neben eloquenten Auseinandersetzungen entließen den Hörer nicht aus seiner miterlebenden Aufmerksamkeit. Ragna Schirmer spielte Mozart und Haydn mit nobler Delikatesse. Ohne geringstes Auftrumpfen meisterte sie das sprudelnde Figurenwerk, und Phrasenwiederholungen erschienen klanglich differenziert. Selbst die kleinste melodische Figur bettete die Pianistin behutsam in den Klang des vorzüglich agierenden Orchesters ein.

Lebhafte Dialoge vermittelte die charmante Künstlerin auch in Haydns Klavierkonzert, in dem die Musiker überraschende Momente freilegten, gepaart mit heiterem Spielwitz. Beim Passagenwerk durfte etwas Spielzeughaftes aufblitzen. In den langsamen Sätzen der beiden Solokonzerte konnte man sich mehr zurücklehnen und deren liebkosende Melodien einfach nur genießen. Ragna Schirmer fehlte es nicht an gediegener Virtuosität, die sie mit elegant wirkender Innigkeit verband und damit ein Höchstmaß an kultivierter Vortragskunst erreichte.

Ansteckende Spielfreude und begeisternde Hinwendung an die Musik bestimmten den Hörgenuss. Haydns Sinfonie Nr.34 d-Moll am Ende gefiel trotz ihrer Moll-Eintrübungen durch ihr gefällig musikalisches Gewicht, vermischt mit fein gewobenen Gegenstimmen. Durch die übermütige Laune dieser Sinfonie blitzte kompositorische Brillanz. Es gab enthusiastischen Beifall.