Kultur

Schatzkistl Britta und Christian Habekost stellen „Elwenfels“ vor

Erleuchtungssuche auf Schorlen-Grund

Archivartikel

„Elwenfels ist der Ort, an dem wir alle insgeheim gerne wohnen würden – in unserer Essenz als Pälzer und Kurpälzer und vielleicht auch als Menschen“, sagt Britta Habekost. Asterix und Obelix haben ein kleines bisschen beigetragen, verrät sie, zur Inspiration für dieses imaginäre Dorf in der Pfalz, „das sich gegen den Mainstream der Welt und die Uniformierung der Welt stemmt und gegen Gleichmacherei und gegen die Bevormundung von außen.“

Mittlerweile geschieht das zum dritten Mal – mit „Elwenfels 3 – Kräutertee im Dubbeglas“ ist im vergangenen Oktober der neueste Band der „Elwenfels“-Krimireihe erschienen, aus dem das Autoren-Duo (und Ehepaar) Britta und Christian „Chako“ Habekost jetzt im ausverkauften Mannheimer Schatzkistl lesen.

Nach dem Soldaten-Einfall aus dem vorangegangenen Band steht den Dörflern nun ein neuerlicher „Culture Clash“ ins Haus, ein Zusammenprall der Kulturen, der, wie Christian Habekost erklärt, „ein ganz wichtiges Element“ in den „Elwenfels“-Romanen sei. Dieses Mal ist es eine Schar spiritueller Aussteiger, die aus Indien anreist, um in Elwenfels Erleuchtung zu suchen – schließlich soll sich dort ein einzigartiger „Kraftort“ befinden. Dabei trifft nicht nur asketische Spiritualität auf die Erleuchtungskraft der Rieslingschorle, auch der Hamburger Privatdetektiv Carlos Herb kehrt ins Dorf zurück, wo seine Angebetete Charlotte indes ihre Seele bereits für einen Yogi-Schönling erwärmt zu haben scheint.

Vielklang der Stimmen

Die Habekosts lesen mit verteilten Rollen, und bald erhebt sich zwischen sanft entrücktem Säuseln und kernig aufbrausendem Dialekt-Gestöber („uff Pälzisch“) ein munterer Vielklang von Stimmen. Das ist weniger eine gewöhnliche Lesung als vielmehr eine Hörspiel-Performance, in der die Autoren den „Elwenfels“-Mikrokosmos in kontrastreichen (Lokalkolorit-)Farben launig und liebevoll zeichnen und dabei mit einem unvermittelten Spannungs-Einschlag gleichwohl nicht vergessen lassen, dass wir uns immer noch auf Krimi-Grund befinden. mav