Kultur

Auszeichnung Akademiepräsident Ulrich Matthes hofft auf mehr Flexibilität für Verleiher und Produzenten / Nico Hofmann übernimmt die künstlerische Gestaltung

„Erschütterte Branche“ verschiebt den Filmpreis

Archivartikel

Unter der künstlerischen Leitung des Mannheimer Produzenten Nico Hofmann soll der Deutsche Filmpreis 2021 nicht im Frühjahr, sondern erst im Herbst verliehen werden. „Die Kinos mussten erneut schließen, Filmstarts verschoben und Produktionen unterbrochen werden“, teilte Akademiepräsident Ulrich Matthes (Bild) am Mittwoch mit.

„Die Pandemie hat unsere Branche stark erschüttert“, sagte der Schauspieler. Mit der Verlegung auf den 1. Oktober wollte die Akademie mehr Flexibilität für Verleiher und Produzenten schaffen. „Und natürlich hoffen wir auf Fortschritte in der Wissenschaft.“

Der Filmpreis gilt als wichtigste nationale Auszeichnung in der Branche. Die etwa 2000 Mitglieder der Akademie stimmen über die Gewinner ab. Die Preise sind mit insgesamt rund drei Millionen Euro dotiert, die aus dem Haus von Kulturstaatsministerin Monika Grütters kommen.

In diesem Jahr waren die Lolas in einer TV-Sendung verliehen worden – die in Berlin geplante Gala fiel wegen Corona aus. Das Drama „Systemsprenger“ gewann acht Auszeichnungen, darunter die Goldene Lola für den besten Spielfilm. Wie die nächste Verleihung aussieht, ist noch unklar.

Ausdruck der Gemeinschaft

Nico Hofmann übernimmt die künstlerische Gestaltung. „Wenn ich zu meinem Engagement für den Deutschen Filmpreis 2021 gefragt werde, fallen mir zwei Worte ein: Stolz und Solidarität“, wird Hofmann zitiert. So ist er stolz „auf das gemeinschaftliche Schaffen im deutschen Film, auf die Tradition und all die Wege, die vom Beginn der Filmkunst bis zu den beeindruckenden Arbeiten der jüngsten Generation reichen“, heißt es weiter. Der Deutsche Filmpreis solle ein Ausdruck der Gemeinschaftlichkeit werden, die die Branche in den vergangenen Monaten gezeigt habe.

Damit Filme für die Preise infrage kommen, müssen sie im Kino laufen. Immer wieder wurden Starts verschoben, weil Kinos geschlossen waren oder weniger Sitzplätze besetzt werden konnten. 

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