Kultur

FN-Interview Felix Seibert-Daiker moderiert heute Abend in seiner Heimatstadt Bad Mergentheim das Finale des Klassik-Gesangswettbewerbs „Debut“

„Es ist großartig, dabei zu sein“

Archivartikel

Beim glanzvollen Finale von „Debut“ heute Abend in der Bad Mergentheimer Wandelhalle steht erstmals ein Moderator auf der Bühne, der eng mit der Kurstadt verbunden ist: Felix Seibert-Daiker wuchs dort auf. Der heute 36-Jährige ist einem breiten Fernsehpublikum durch das Politmagazin „Fakt“ und die Kika-Sendung „Erde an Zukunft“ bekannt. Im FN-Interview gibt er zu, dass er in „seinem“ Mergentheim mit einem gehörigen Kribbeln im Bauch auftreten wird – gegen die alte Heimat hat seine TV-Routine keine Chance.

Herr Seibert-Daiker, einen ICE bezeichnen Sie auf Ihrer Homepage als Ihren Hauptwohnsitz. Zu „Debut“ kehren Sie wieder in Ihre Heimatstadt Bad Mergentheim zurück. Was ist das für ein Gefühl?

Felix Seibert-Daiker: Trotz meiner ganzen beruflichen „Reiserei“ ist die Verbindung nach Bad Mergentheim über die Jahre nie abgebrochen. Als quasi Dauerreisender springe ich mindestens vier-, fünfmal im Jahr in Würzburg aus dem ICE und besuche für ein Wochenende die alte Heimat. Auch dieses Mal ist es – wie immer – ein schönes Gefühl wieder dort zu sein. Wurzeln sind eben Wurzeln, die bleiben ein Leben lang.

Wie kamen Sie zu „Debut“ und was halten Sie eigentlich von diesem Wettbewerb?

Seibert-Daiker: Der Kontakt kam über meinen langjährigen Freund Daniel Wittenstein zustande. Als die drei Macherinnen hinter „Debut“ auf der Suche nach einem neuen Moderator waren, hat er mich kurzerhand vorgeschlagen.

Und nach dem Treffen mit Edith Wittenstein, Clarry Bartha und Claudia Geier war schnell klar, dass wir da zusammenarbeiten wollen.

Die drei Damen stehen mit so viel Leidenschaft und Feuer hinter dem Projekt, das hat mir sehr imponiert. Es ist einfach großartig, dabei zu sein, wenn bei so einem internationalen, hochkarätigen Wettbewerb junge Opernsänger die nötige Unterstützung finden, um den Grundstein für große und nachhaltige Karrieren zu legen. Das ist ziemlich einzigartig. Und das alles hier in Mergentheim. Da musste ich nicht lange überlegen.

Singen Sie selbst auch gern?

Seibert-Daiker: Zum Leidwesen meines Umfelds, ja, sehr gerne. In der Öffentlichkeit beschränke ich mich dann auf das Moderieren.

Macht es für Sie einen Unterschied, ob Sie irgendwo in Deutschland oder in der „alten“ Heimat auftreten?

Seibert-Daiker: Oh ja, und was für einen!

Eigentlich spielt Nervosität für mich auf der Bühne oder im Fernsehen mittlerweile kaum noch eine Rolle – meist nur die ersten 15 Sekunden eines Auftritts, danach bin ich in meinem Element.

Allerdings in einem Saal zu stehen, in meiner alten Heimat, gefüllt mit so vielen Menschen, von denen ich viele persönlich kenne, teilweise schon seit Jahren – da fängt es tatsächlich an, im Bauch zu kribbeln.

Sie sind ja auch ein gefragter Fernsehmoderator. Erinnern Sie sich noch an Ihre ersten „Gehversuche“ vor der Kamera?

Seibert-Daiker: Ich denke, das wird man nie vergessen. Bei mir war es ein Casting unter einer sächsischen Produktionsleitern.

Eigentlich dachte ich ja, ich würde relativ dialektfrei reden, aber den Mergentheimer Lokalkolorit hat man mir dann doch noch angehört.

Jedenfalls meinte die Dame dann zu mir in breitestem Sächsisch: „Nu, Felix, Du bist n suba Tyb, ober an dainem Dialekt, da müssn wa noch arbeetn“.

Können Sie sich selbst auf der Mattscheibe „ertragen“?

Seibert-Daiker: Das war in der Tat anfangs fast richtig hart. Mittlerweile aber habe ich mein „TV-Ich“ akzeptiert. Hilft ja nix – in den Redaktionssitzungen muss ich das für Auswertungszwecke stets über mich ergehen lassen. Auch, wenn ich mir häufig noch denke: Was erzähle ich denn da? Warum hast du das so oder so gemacht?

Wo und wie sehen Sie sich in zehn Jahren? Vielleicht als Sänger, Schauspieler, weiter als Moderator oder ausschließlich als Weltenbummler?

Seibert-Daiker: Oh, ich war nie der große Planer. Singen und Schauspielen macht mir zwar Spaß, wäre aber kein ernstes Bestreben. Ich habe das große Glück, eine Arbeit machen zu dürfen, die mir unfassbar viel Spaß bringt.

In erster Linie begreife ich mich auch als Journalist und dann als Moderator.

Ich bleibe einfach neugierig und freue mich darauf, noch viele Menschen und ihre Geschichten kennenzulernen und diese dann weiter zu erzählen. Das werde ich in zehn Jahren bestimmt auch noch machen.

Und wenn alle Stricke reißen – das mit dem „ausschließlich als Weltenbummler“ finde ich sehr gut.

Welche Erinnerungen haben Sie an Bad Mergentheim und was sind Ihre Lieblingsplätze in der Stadt?

Seibert-Daiker: Sehr viele und sehr positive! Hauptsächlich geht es da um die zahlreichen Menschen von dort, die mich geprägt haben und mit denen ich heute noch enge Freundschaften pflege.

Aber auch viele Orte. Der Mergentheimer Kurpark erinnert mich an meinen täglichen Schulweg, weswegen ich heute dort noch gerne spazieren gehe.

Die Aussichtspunkte am Trillberg und am Ketterberg, wo wir als Jugendliche unzählige Abende verbracht haben. Und natürlich das Eiscafé, wo wir uns heute noch treffen, wenn mal alle mal in der Stadt sind.