Kultur

FN-Interview Der Sänger und Songwriter Johannes Oerding kommt am 13. Juli zum Konzert nach Kitzingen und freut sich auf die Open-Air-Saison

„Es ist großartig, draußen zu spielen“

Archivartikel

Johannes Oerding, deutscher Sänger und Songwriter, ist auf Tour und kommt auch in die Region. So tritt der 36-Jährige am 13. Juli in Kitzingen auf dem Landesgartenschaugelände auf.

Im Interview mit den Fränkischen Nachrichten erklärt er unter anderem, wie er während der Tourzeit entspannt und welche Beobachtungen hinter seiner Single „Kreise“ stecken.

Johannes, mit dem Sommerwetter beginnt die Open Air-Saison. Haben diese Auftritte besonderes Flair für Sie?

Johannes Oerding: Auf jeden Fall! Es ist großartig draußen zu spielen und am besten noch bei gutem Wetter. Die Stimmung ist immer sehr gelöst und es kommt eine Art Picknick-Atmosphäre auf.

Hinzu kommt, dass die Open Air-Locations an sich immer schon besonders sind: Burgruinen, Schlossplätze, Amphitheater oder manchmal auch nur eine große Wiese in der Natur.

Diese Zeit, das Tourleben, so meinten Sie einmal in einem Interview, trennsen Sie gedanklich von dem Leben mit Ihrer Freundin Ina Müller. Ist das bei der jetzigen Tour wieder so?

Oerding: Das Tourleben ist immer komplett anders als das Privatleben. Eher Tourlaub, wie Udo Lindenberg sagt. Ich versuche mich dann auch eher auf die Aufgabe zu konzentrieren, sprich ein gutes Konzert spielen und Leute mit Musik zu erreichen, vielleicht auch neue Städte zu sehen und einfach die Inspiration für neue Songs aufzusaugen.

Was waren die Gedanken zu Ihrem aktuellen Album „Kreise“?

Oerding: Als das Album fertig war, war ich froh und stolz zugleich, weil ich gespürt habe, dass das ein ganz wichtiges Album auf meiner musikalischen Reise werden würde. Und es ist tatsächlich so gekommen. Dieses Album hat uns weitere Türen geöffnet, so dass wir gerade das machen können, was wir immer wollten, nämlich möglichst viel live zu spielen.

In der dem Album namensgebenden Single „Kreise“ berichten Sie davon, dass sich „alles in Kreisen bewegt“, man sich im Leben immer zweimal oder sogar mehrmals sieht. Beziehen Sie diese Beobachtung nur auf die Begegnung mit Menschen?

Oerding: Beim Schreiben des Songs haben wir gespürt, dass so vieles mit einem Kreislauf zu tun hat.

Globale Dinge wie Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, Jahreszeiten, Geburt und Tod und natürlich erlebe auch ich diese Dinge in meinem Leben. Aber der Ansatz war schon die Geschichte zweier Menschen in einer Beziehung, in welcher auch immer.

Ein weiterer Ihrer Songs heißt „Heimat“. Geht es darin eigentlich um eine Person oder einen Ort?

Oerding: Heimat beschreibt für mich ein Gefühl, welches ich in den letzten Jahren mehr und mehr mit Menschen verbinde. Diese Menschen können es aber sein, die auch einen Ort zu einer neuen Heimat machen.

Zu Ihrem gesamten Musikstil erklärten Sie einmal, dass er nicht „anti“ ist, nicht alles immer Ecken und Kanten haben braucht. Wenn Ihre Musik nicht „gegen“ etwas ist, setzt sie sich dann vielleicht „für“ etwas ein?

Oerding: Ich glaube, ich sagte, dass Musik nicht immer wehtun muss. Ich denke einfach, dass Musik alles sein kann, aber in erster Linie sollte sie doch Menschen gut tun, oder nicht?

Aber natürlich ist es auch die Aufgabe von Künstlern, gerade in diesen unruhigen Zeiten, textlich und musikalisch Verantwortung zu übernehmen und die Zuhörer, ja, die Gesellschaft hin und wieder anzupieksen.

Was hat Sie dazu inspiriert, die Musik zu machen, die Sie machen?

Oerding: Ich mach einfach gerne die Musik, die ich selber gerne hören würde, aber natürlich bin ich in meiner „Machart“ auch begrenzt.

Ich kann nur so gut komponieren, texten und singen, wie es eben geht und das führt dann zwangsläufig zu meinem Sound. ella