Kultur

Winterfestival Der Chor African Angels begeistert Zuschauer im Mannheimer Rosengarten / Programm überzeugt durch Abwechslung

Facettenreiche Klänge aus Südafrika

Archivartikel

Von jeher gehört das Singen zum täglichen Leben der Afrikaner. Durch Gesang lindern sie Kummer und Schmerz, begleiten ihre Arbeit, krönen ihre Feste. Seit 2014 touren 18 ausgewählte Sängerinnen und Sänger der renommierten Cape Town Opera als African Angels durch Deutschland und bringen die Seele des Schwarzen Kontinents in die Konzerthäuser. Im Mozartsaal des Mannheimer Rosengartens begeisterten sie nun ihre gut 500 Besucher und rissen sie zu wahren Beifallsstürmen und abschließenden Standing Ovations hin.

So facettenreich und bunt wie die Völker Südafrikas gestaltete sich auch ihr Programm: Ausgelassene stimmengewaltige Gospel („Oh Happy Day“) oder das Medley aus Gershwins „Porgy and Bess“ lösten sich ab mit stillen andächtigen traditionellen Songs („Shosholoza“, „Indodana“) oder den wunderbaren ethnisch nachempfundenen Songs des Johnny Clegg. Dieser wird auch der „weiße Zulu“ genannt, der in seinen Bands Savuka und Juluka das Schicksal Südafrikas zur Zeit der Apartheid zum Ausdruck bringt.

Nicht zuletzt aber glänzte der Chor, der in seiner warmfarbigen vielfältigen Kleidung die leere, nur in wechselnde Beleuchtung getauchte Bühne schmückte, mit Auszügen aus europäischen Opern. Was lange Zeit nur ein Privileg der Weißen war, ist längst von den Schwarzen mit ihrer ganz eigenen Interpretationsweise erobert: Selten hört man den Gefangenenchor aus Verdis „Nabucco“ so ergreifend, selten den unmöglichen Traum aus Leigh/Darions „Mann von la Mancha“ so nachdenklich, wie es die Angels sangen.

Sensible Klavierbegleitung

Auf die Würdigungen im Beethoven-Jahr (mit der Fidelio-Arie oder der „Ode an die Freude“) hätte man in diesem Rahmen zwar verzichten können, nicht aber jedoch auf die Hommage an Enrico Caruso („Caruso“), an Mandela („Asimbonanga“) oder auf den grammyprämierten Song „Baba Yetu“ (Vater Unser) des Christopher Tin, der eigentlich für ein Computerspiel geschrieben wurde. Sensibel begleitet am Piano vom musikalischen Leiter José Dias und einem gelegentlichen Trommelrhythmus, ging mit Miriam Makebas „Pata Pata“ als Zugabe ein wunderbarer Abend voller aufwühlender Gefühle zu Ende.

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