Kultur

Jazz Nicole Metzger inszeniert eine musikalische Begegnung

Faszination ungebrochen

Mannheim.Vor der Bühne im gläsernen Kubus des Mannheimer Theatercafés sind die Caféhaustische weggeräumt und statt dessen Stuhlreihen eng hintereinander aufgestellt. Die so gewonnenen zusätzlichen Sitzplätze werden auch dringend gebraucht, denn dieser Konzertabend um die Musik und die Persönlichkeit von Hildegard Knef stößt auf beachtliches Publikumsinteresse.

Auffallend viele Frauen sind es, die die Reihen füllen. „Die Knef“ in der ihr zugewachsenen Rolle als weibliche Symbol-, ja Identifikationsfigur der jungen Generation in der Nachkriegszeit, als selbstbewusste Frau, die gesellschaftlich verordneter Prüderie ebenso mutig die Stirn bietet wie privaten Schicksalsschlägen: Diese Lebensleistung hat durch den Tod der Schauspielerin und Sängerin im Jahr 2002 an Faszination auf die nachgeborenen Generationen offenbar kaum eingebüßt.

Das Leben von Hildegard Knef kommt auch in dem Bühnenprogramm zur Sprache, das Nicole Metzger ihr gewidmet hat. Die Sängerin aus der Pfalz spult keine Nummern-Revue aus Liedern der Knef ab, sie bettet die Melodien ein in biografische Informationen, zitiert aus deren Memoiren-Buch „Der geschenkte Gaul“ und gestaltet manchmal sogar kleine Spiel-Szenen daraus. Alles in ganz knapper Form, Momentaufnahmen gleich.

Imitationsversuche unterbleiben

Und bei den Liedern selbst vermeidet Nicole Metzger jeden Versuch der Imitation; die spröde Gesangsstimme der Knef mit ihren säuerlich-spöttischen Untertönen ist ohnehin absolut einmalig gewesen. Dem setzt Metzger die eigenen Qualitäten entgegen, beispielsweise eine volltönend swingende Jazz-Stimme und die Fähigkeit zu temperamentvollen Scat-Einlagen ohne Worte.

Das Instrumental-Trio an ihrer Seite ist von erster Güte: Daniel Prandl spielt an den Tasten seine ungewöhnliche pianistische Versiertheit aus, Hannes Hähn bleibt ihm am Kontrabass nichts schuldig in Sachen einfallsreicher Solo-Gestaltung, und Schlagzeuger Jean-Marc Robin tut einfach das Richtige auf Trommeln und Becken, bis auch er mal seinem Temperament freien Lauf lässt.