Kultur

Pop Sängerin Kid be Kid vor der Mannheimer Feuerwache

Faszinierend vielseitig

Archivartikel

Wenn die Alte Feuerwache zur Sommerbühne einlädt, sind Sitzplätze Mangelware. Auch an diesem Samstag ist es beim Open-Air voll: Die Sängerin Kid be Kid gibt sich an dieser lauen Sommernacht die Ehre. Und sie sorgt dafür, dass zahlreiche Besucher das Konzert im Stehen oder auch von einer Steinmauer aus mitverfolgen.

Freundlich begrüßt sie die Zuschauer und bedankt sich für die Einladung. „Ich finde es toll, hier zu sein“, sagt die junge Frau. „Was für ein schöner Ort.“ Auf ein aufwendiges Bühnenbild oder gar eine Begleitband verzichtet die Berlinerin. Denn bis auf einen Synthesizer und ein Piano macht die Künstlerin alles mit dem Mund – Singen und Beatboxen. Musikalisch steht sie, grob gesagt, zwischen Pop und Jazz. Doch in eine Schublade stecken, das funktioniert bei Kid be Kid nicht. Vielseitig wechselt sie von schnellen Passagen zu ruhigeren Elementen.

Gesangsparts ihrer hellen und gleichzeitig kraftvollen Stimme wechseln sich mit coolen Beatbox-Einlagen ab. Hin und wieder dominiert das Instrumentalsolo. Schnell wird dem rund 350-köpfigen Publikum klar, dass die Musik von Kid be Kid keinesfalls Klänge umfasst, die im Hintergrund als Geräuschkulisse laufen können. Nein, ihre Lieder verlangen volle Aufmerksamkeit, um jede noch so kleine Nuance erfassen zu können.

Zwei Zugaben

Bereits das Stück „Sold out“, mit dem sie den Abend eröffnet, zeigt Kid be Kid als facettenreiche Musikerin, die das Lied mit einer Improeinlage würzt. Damit macht sie jeden Auftritt zu einem akustischen Unikat. Das Lied „Clown“ besticht durch seine jazzige Note, gepaart mit Beatbox-Highlights. „Bird“ geht durch seinen Mix aus außergewöhnlichem Gesang und der musikalischen Untermalung ins Ohr. Das ruhig anmutende „Like“ nutzt sie, um gemeinsam mit der Menge zu singen. Nach zwei Zugaben, bei denen sie das ausdrucksstarke „Invisible Bridges“ sowie das sanft anmutende „Restlessness“ präsentiert, verabschiedet sich Kid be Kid unter viel Beifall. Zurück bleibt die geheimnisvolle Aura der Künstlerin. 

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