Kultur

Performance „Angels“ im Zeitraumexit zu sehen

Federleicht Gefühl gezeigt

Archivartikel

Deep Purples „Child in time“ dröhnt laut in dem hellen, warmen Raum, in dem acht Menschen warten, auf die Engel, die nach und nach auftauchen werden. Etwa als große weiße Feder symbolisiert und ergreifend von einem der drei Schauspieler mit Beeinträchtigungen vors Publikum gebracht. Nach und nach erfahren wir von den Ängsten, der Einsamkeit, Tränen und Wut der vielleicht gefiederten Himmelsbewohner.

Hinter dem inklusiven Performancestück von Wolfgang Sautermeister, der auch Regie führte, stehen viele Texte, viel Beschäftigung mit den eigentümlichen Wesen, die unsere Geistes- und Kulturgeschichte erfüllen. Etwa in dem Gedicht „Der glücklose Engel“ von Heiner Müller oder der Poesie von Thomas Bernhard und Georg Trakl, die die Basis des Stücks bilden.

Szene voller Anspielungen

Gabriele Oßwald, ehemalige Mitbegründerin von Zeitraumexit, hält eine Briefwaage in den Händen, die an die Waagen in alten Gemälden erinnert, mit denen der Erzengel Michael die menschlichen Seelen wog und entschied, wer ins Paradies oder die Hölle kam. Ergreifend die Beschäftigung mit den unsichtbaren Wesen, die aus Gedichten und Bildern zu uns sprechen, mit Tanz und dem großartigen Gesang von Michael Black. Am Ende ziehen alle Mitstreiter ein Engelsgewand an, stülpen sich eine Plastiktüte über den Kopf und versterben. Wie es „glücklosen Engeln“ wohl weiter ergeht?