Kultur

Pop Die Indierocker Eels spielen in Frankfurter Batschkapp

Fehler in der Dramaturgie

Was ist nur mit Mark Oliver Everett los? Der Inbegriff des melancholischen Indierockers präsentiert sich beim mit 1500 Zuschauern ausverkauften Konzert in der Frankfurter Batschkapp, als habe er den Entertainer in sich entdeckt. „Hallo Schatzis, mögt ihr die Rockmusik?“, scherzt der 56-jährige kreative Kopf hinter den Eels, nachdem er das Konzert mit drei krachenden Cover-Versionen von The Who („Out In The Street“), Bobbie Gentry („Missisippi Delta) und Prince („Raspberry Beret“) eröffnet hat.

Everett hat sichtlich gute Laune, leider überträgt sich diese anfangs nur sehr spartanisch auf das Publikum. Dass die Eels lange unter ihren Möglichkeiten agieren, die sie bei etlichen denkwürdigen Shows in der Vergangenheit wie beim Mannheimer Maifeld Derby 2918 demonstriert haben, hängt mit der Dramaturgie zusammen. Auch nach den drei Coverversionen kommt das Konzert abgesehen vom großartigen „Dog Faced Boy“ nur schwer in Fahrt.

Im Schlussteil, das macht Everett traditionell gerne, verpasst er seinen bekanntesten Songs einen komplett neuen Anstrich. „Novocaine For The Soul“ klingt wie zu Grunge-Hochzeiten Anfang der 1990er in Seattle aufgenommen, „I Like Birds“ mutiert zu einem wütenden Punkrock-Song. Das ist künstlerisch hochwertig, reicht zum Abschied aber nur für respektvollen Applaus. alex

Zum Thema