Kultur

Reaktionen Zentralrat der Juden würdigt Artur Brauner

„Filmszene geprägt“

Archivartikel

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat den verstorbenen Produzenten Artur Brauner (Bild) als großen Filmemacher gewürdigt. Er habe die Filmlandschaft bereichert und geprägt, ließ Präsident Josef Schuster am Montag mitteilen. „Brauner, der 49 Verwandte im Holocaust verlor und die Schoah versteckt in den Wäldern der Sowjetunion überlebte, wagte nach dem Krieg den Neuanfang in Deutschland.“

Brauner habe mit seinen Filmen nicht nur unterhalten wollen, sondern das Medium auch genutzt, um Zuschauer „über das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte aufzuklären und seine eigenen Erlebnisse zu verarbeiten“, erklärte Schuster.

Entscheidende Impulse gelobt

Der Präsident der Filmförderungsanstalt, Bernd Neumann, erklärte: „Mit Artur Brauner verlieren wir einen Ausnahmeproduzenten des deutschen Films.“ Er habe in den 1950er und 60er Jahren den deutschen Nachkriegsfilm stark geprägt und der deutschen Filmwirtschaft entscheidende Impulse gegeben. Artur Brauner, der auch die erfolgreichen Karl-May-Verfilmungen verantwortete und Produktionen wie „Der Tiger von Eschnapur“, war am Sonntag im Alter von 100 Jahren gestorben.

In seinen Berliner Central Cinema Company-Studios (CCC) entstanden 700 Kinofilme und TV-Produktionen. Mit zahlreichen Filmen erinnerte der Erfolgsproduzent auch an das Schicksal der Holocaust-Opfer. dpa (Bild: dpa)