Kultur

Kunst Vermisste Werke Anselm Kiefers in China aufgetaucht

Folgenlos für Mannheim

Das Ludwig Museum in Koblenz soll sechs bekannte Kunstwerke von Anselm Kiefer wiedergefunden haben, die nach China verliehen worden und dort verlorengegangen sein sollen. Das meldete der SWR am Mittwoch. Eigenen Angaben zufolge soll die Direktorin des Ludwig Museums, Beate Reifenscheid, die Bilder in dem Lager in Shenzhen gefunden und auch begutachtet haben. Sie beurteilte den Zustand als vollständig und gut. Monatelang sei völlig unklar gewesen, was mit den Kunstwerken geschehen sei. Es habe Spekulationen gegeben, sie seien auf dem chinesischen Schwarzmarkt verschwunden, berichtet der SWR.

Eigentlich sollten die sechs Werke aus Koblenz zusammen mit fast 300 weiteren Stücken aus Deutschland bei einer Museumseröffnung in Shenzhen gezeigt werden.

Kunsthalle zeigt Werke

Mannheim, wo im Oktober ebenfalls eine Kieferschau eröffnen wird, ist von dem Fund nicht betroffen. Er habe aber „großes Mitleid mit den Kolleginnen und Kollegen“, sagte Kunsthallendirektor Johan Holten auf Anfrage. „Es ist immer eine logistische Meisterleistung, ein internationales Ausstellungsprojekt auf die Beine zu stellen, und man ist dabei nie vor bösen Überraschungen gefeit“, so Holten. „Gott sei Dank“ sei ein Fall wie dieser äußerst ungewöhnlich. Holten: „Wir freuen uns deshalb, dass die Werke für unsere Ausstellung im Herbst nicht den Weg über internationale Grenzen finden, sondern lediglich von Köln nach Mannheim gebracht werden müssen.“ Die Kunsthalle zeigt Werke aus der Sammlung des 2019 verstorbenen Sammlers Hans Grothe. 

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