Kultur

Kunst C7 Galerie zeigt Ausstellung „Das weibliche Auge“ / Rätselhafte Strukturen treffen auf reizvolle Verfremdungen

Fotografinnen liefern ungewöhnliche Ansichten

Archivartikel

Sehen Frauen anders? Wenn ja, wie kommt dies in einem künstlerischen Werk, wo doch die Art und Weise des Sehens bewusst oder unbewusst in die Darstellung einfließt, zum Ausdruck? Diese Frage treib den Mannheimer Galeristen Uli Bormuth schon lange um, und er hatte in seiner Galerie schon einmal diese Frage bei einer Ausstellung zum Thema gemacht. Der Titel dieser Ausstellung lautete damals „WeibsBilder“.

Bormuths Galerie in einem großzügig angelegten neusachlichen Treppenhaus in C7 ist eine Galerie für Fotografie. Eine der wenigen Privatgalerien in Mannheim, die dieses Thema in der Fotostadt Mannheim zu ihrem Programm gemacht haben. Eingeladen waren diesmal neun Fotografinnen unterschiedlicher Generationen. Die Jüngste von ihnen, Esther Betz, hat im vergangenen Juni gerade Abitur gemacht. Hauptsächlich Schwarz-Weiß-Arbeiten sind von ihr zu sehen. Auf den ersten Blick Architekturfotografien. Dabei geht es ihr aber im Wesentlichen um Strukturen, natürliche und künstlich geschaffene, die sie bis zur Abstraktion hin verfremdet. In einigen Bildern sind farbliche Bereiche abgegrenzt, die hier als Strukturelemente eingesetzt sind.

Spiegelungen auf Karosserien

Wesentlich farbiger geht es in den Arbeiten von Sabine Orlik zu. Hier handelt es sich um Verfremdungen, die entstehen, wenn sich Konturen auf lackierten Karosserien spiegeln. Sie verzerren sich und wirken wie abstrakte Gemälde.

Helga Grimme gehört mittlerweile zu den Bekannteren in Mannheim. Sie ist mit einer neuen Serie vertreten, die an der Ostsee entstanden ist. Allerdings bilden die Schnappschüsse vom Strandleben nur den Ausgangspunkt, der durch Fehlfarben in eine geradezu surreale Bildrealität verwandelt wird, wobei interessante neue Strukturen entstehen, die skulptural aus der Oberfläche des Bildes herauszuragen scheinen.

Die Monumentalisierung von Mikrostrukturen ist das Thema, dem sich Christina Gschwender in ihrer Serie „LiQuid“ gewidmet hat. Die Idee dazu entstand beim Anblick eines aus Versehen in die Tiefkühltruhe gesteckten Blumenstraußes, der wunderbare Lichtreflexe ausgesendet hat. Die so gewonnenen Einblicke überträgt Gschwender auf andere Objekte und erzielt erstaunliche Effekte.

Judith Weber ist die Einzige der sieben Fotografinnen, die nicht aus Mannheim oder der näheren Umgebung kommt. Sie ist mit einer Serie vertreten, die an die klassischen französischen Schwarz-Weiß-Filme erinnert und mit einem Modell inszeniert ist, das bisweilen als Porträt, ein andermal als Silhouette in weiter Ferne abgelichtet wurde.

Außer den Arbeiten der Genannten sind noch Fotografien von Brigitte Bauhauff, Anke Ola Schmidt, Ingeborg Gärtner-Grein und Hilda Wolf zu sehen.