Kultur

Klassik Mannheimer Orchester muss Jubiläumssaison beenden

Frage nach der Existenz

Archivartikel

Nun wird auch die Jubiläumssaison der jungen Mannheimer Philharmoniker beendet. Das Orchester spielte aktuell seine 10. Spielzeit seit der Gründung 2009. „Es ist für uns äußerst schmerzhaft, gerade die Jubiläumssaison vorzeitig beenden zu müssen“, sagte Chefdirigent und Orchestergründer Boian Videnoff (Bild) am Dienstag auf Anfrage dieser Zeitung. Die Saison hätte „eigentlich ein großes Fest werden und in positiver Erinnerung bleiben“ sollen, sagte der in Berlin lebende Dirigent.

„Nun stehen wir plötzlich unverschuldet vor existenziellen Fragen“, teilt Videnoff mit. Die Musiker würden aus allen Teilen Europas nach Mannheim für die Proben und Konzerte anreisen. Wenn es langfristige Reiserestriktionen geben werde, sei die Existenz des Orchesters auch über den Sommer hinaus in Gefahr.

Videnoff weist auf die finanziellen Auswirkungen der Coronakrise auf die Kulturbranche hin und nennt sie katastrophal. „Die ausbleibenden Einnahmen trotz fortlaufender Ausgaben könnten das Ende für viele freischaffende Künstler, Veranstalter, Theater und Klangkörper bedeuten“, so Videnoff: „Ich bitte jeden von uns, der es sich finanziell leisten kann, einen Beitrag zu leisten, die Kulturinstitutionen und Veranstalter in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen und auf Rückerstattungen zu verzichten. Das könnte tatsächlich den existenziellen Unterschied zwischen Überleben und Insolvenz ausmachen“, so Videnoff. Bereits gekaufte Karten würden aber auf Wunsch natürlich zurückerstattet. 

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