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Kultur Indischer Ökonomieprofessor Amartya Sen erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Fragen der globalen Gerechtigkeit

Archivartikel

Ein Inder in den USA, ein Ökonom als Philosoph, ein Ungläubiger als Kämpfer für eine bessere Welt – Amartya Sen erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2020. Der 86-Jährige soll die mit 25 000 Euro dotierte Ehrung am 18. Oktober zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse entgegennehmen. „Wir ehren mit Amartya Sen einen Philosophen, der sich als Vordenker seit Jahrzehnten mit Fragen der globalen Gerechtigkeit auseinandersetzt und dessen Arbeiten zur Bekämpfung sozialer Ungleichheit in Bezug auf Bildung und Gesundheit heute so relevant sind wie nie zuvor“, begründete der Stiftungsrat am Mittwoch seine Entscheidung. Er zeige, „wie Armut, Hunger und Krankheit mit fehlenden freiheitlichen Strukturen zusammenhängen“.

Was ihn lebenslang beruflich beschäftigte, hat er selbst erfahren: 1933 in Westbengalen geboren, erlebte er als Kind die große Hungersnot von 1943. Er habe Tausende sterben sehen, berichtete er bei einem Auftritt in New York. Das habe ihn so stark geprägt, dass er den Ursachen solchen Elends wissenschaftlich nachgehen wollte. Heute lebt er in Cambridge, ist mit der britischen Wirtschaftshistorikerin Emma Georgina Rothschild-Sen verheiratet und hat vier Kinder.

Der in Frankfurt ansässige Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergibt den Friedenspreis seit 1950. Die diesjährige Verleihung wird am 18. Oktober „unter den dann geltenden Gesundheitsbestimmungen“ stattfinden und live im Fernsehen übertragen, hieß es beim Börsenverein. Im vergangenen Jahr erhielt der Fotograf Sebastião Salgado den Friedenspreis. 

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