Kultur

Show Der Comedian und Entertainer Luke Mockridge bringt die ausverkaufte SAP Arena in Manheim zum Lachen

Frechheit siegt in Worten und Gesang

Er ist ein Sunnyboy, wie er im Buche steht: Stets gut gelaunt und einen kecken Spruch auf den Lippen. Luke Mockridge kann es sich erlauben, den Schelm zu geben. Schließlich tut er das so charmant, dass man ihm dafür nicht böse sein kann. Zudem füllt der Komiker und Moderator deutschlandweit große Hallen. Dass Frechheit siegt, hat der 28-Jährige bei seinem Auftritt in der ausverkauften SAP Arena bewiesen. Die rund 10 000 Zuschauer jubelten dem jungen Mann begeistert zu, der in den rund zweieinhalb Stunden kein Blatt vor den Mund nahm.

Mit einer Rap-Einlage betritt Mockridge die Bühne. „Was geht, Mannheim?“, ruft er in die Menge, bevor der Vorhang fällt und ihn sowie das eher minimalistische Bühnenbild enthüllt. „Lucky Man“ prangt in großen Buchstaben an der Wand, der Name des Programms, dazu mannshohe Ventilatoren und ein Flügel. Requisiten benötigt er ohnehin kaum, Mockridge bestreitet seine Show mit Anekdoten, Gesprächen mit dem Publikum und so manchen Gesangseinlagen, bei denen er sich selbst am Piano begleitet.

„Ich bin gern in Mannheim“, verrät der Künstler mit italienischen und kanadischen Wurzeln. Lediglich mit den Straßennamen in den Quadraten habe er Schwierigkeiten. Schnell schließt er Freundschaft mit einem 13-Jährigen aus der ersten Reihe, den er mit Schokobons versorgt – und zwar immer dann, wenn seine Sprüche wenig jugendfrei sind.

Mockridge bezeichnet sich selbst als „Kind der 90er“, seiner Meinung nach die „geilste Generation überhaupt“. Dafür hackt er genüsslich auf den Millennials herum, der Altersgruppe, die in den 2000er Jahren geboren wurde. „Ihr seid der Trump, der auf Obama folgt.“ Schuld daran sei nicht zuletzt das Fernsehprogramm, klagt er, bevor er über die Teletubbies herzieht. Auch die AfD, Helene Fischer und der Kinofilm „50 Shades of Grey“ bekommen seine stellenweise durchaus spitze Zunge zu spüren.

Leben mit fünf Brüdern

Doch der Comedian kann auch einstecken, sehr zur Freude der Zuschauer. So schwelgt er in Kindheits- und Jugenderinnerungen, in denen er selbst nicht gut wegkommt. „Ich war das nervigste Kind in meiner Familie“, gesteht er und berichtet von seinen Erfahrungen als Sandwich-Kind unter fünf Brüdern. In Sachen Schönheit sei er in jungen Jahren ebenfalls zu kurz gekommen – im Gegensatz zu seinem jüngeren Bruder. „Er sah aus wie ein Katalogkind von C&A“, sagt er. „Er war Heidelberg, ich Mannheim.“ Dazu erzählt er von schwierigen Momenten der Pubertät, sowie dem unterschiedlichen Verhalten von betrunkenen Männern und Frauen.

Mockridge hat auch eine ernste Seite. Er bedauert, dass sich viele Menschen von „Likes“ in sozialen Medien abhängig machten und die Authentizität auf der Strecke bleibe. „Wir posten nur gute Momente“, begründet er. Man sollte ruhig mal Schwäche zeigen. Der Künstler verrät, dass er als Kind davon geträumt habe, eines Tages Rockstar zu werden. Diesen Wunsch erfüllt er sich als Zugabe – mit seiner Schülerband „Sprengstoff“ bringt Mockridge als Gitarrist ein mitreißendes Medley der Hits aus den 90er auf die Bühne. Das Quartett kleidet Ohrwürmer von „Barbie Girl“ bis „Mr. Vain“ in ein neues, rockiges Gewand. Träume werden eben doch manchmal wahr.

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