Kultur

Pop Calexico und Iron & Wine im Mannheimer Rosengarten

Freigeister am Mikrofon

Archivartikel

14 Jahre Zeit haben sie sich Zeit gelassen für die Wiederholung einer Erfolgsgeschichte: Calexico and Iron & Wine sind mit neuem Album zurück, am Donnerstag gaben sich die Texas-Indierocker im Rosengarten die Ehre. Im gut besuchten Musensaal sahen die Fans ein ebenso fulminantes wie ambivalentes Konzert.

Seit mehr als 20 Jahren spielen John Convertino und Joey Burns mit Calexico alle Spielarten des Americana. Mit Sam Beam alias Iron & Wine haben sie 2005 zunächst einen kongenialen Begleiter gefunden – längst gleichberechtigter Partner. Gemeinsam bestreiten sie das Konzert mit Nummern aus ihren Soloprogrammen und brandneuen Werken, etwa „Father Mountain“ vom aktuellen „Years To Burn“-Album.

Viele gehen vor der Zugabe

Nicht alles glänzt an diesem Abend, und nicht wenige Zuschauer verlassen den Saal direkt nach der letzten Nummer, ohne die Zugabe („In Your Own Time“) abzuwarten. Andere sind begeistert vom Zusammenspiel der Formation, getragen von den wunderbar harmonierenden Stimmen Beams und Burns’, satten E- und A-Gitarrenklängen sowie dem uhrwerkhaften Groove Convertinos am Schlagzeug, der immer lebendig bleibt. Dazwischen mischt sich die dezent eingestreute Mariachi-Trompete von Jacob Valenzuela.

Auch Scott Colberg wird für sein avantgardistisches Kontrabass-Solo bejubelt, das die Band nach drei ziemlich rumpeligen Nummern geraderückt. Sowieso kultivieren Calexico und Iron & Wine ihr Image als Freigeister, scheren sich wenig um vernuschelte Ansagen und unverständliche Texte. Sie machen ihr Ding. Und das gut, wenn sie in Fahrt kommen. sdo

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