Kultur

Klassik Adventskonzert mit Bach, Vivaldi und Händel

Freudvolles Ereignis

Fließend wandert der Cantus Firmus des Chorals „Nun komm, der Heiden Heiland“ durch die Stimmgruppen, die sich schließlich im kraftvoll-homogenen Tutti vereinen. Johann Sebastian Bachs Kantate (BWV 61) gibt dem Adventskonzert in der Mannheimer Christuskirche seine eigentümliche Spannung, die einen Bogen von banger Erwartung bis zu freudvoller Hoffnung zieht.

Der Kammerchor Mannheim dokumentiert hierbei eine große dynamische Bandbreite und gefällt durch sorgfältige Artikulation (die durchaus noch affektbetonter ausfallen könnte) und stimmliche Prägnanz in allen Lagen. Unter der Leitung von Landeskantor Johannes Michel bewegt sich auch das Barockorchester L’Arpa Festante auf hohem historisch informierten Niveau, von einigen intonatorischen Unreinheiten in den Violinen abgesehen.

Festliche Attitüde

Die zum Besinnlichen neigende Gebetshaltung bei Bach weicht mit Antonio Vivaldis „Gloria“ in D-Dur einer festlichen Attitüde. Barockposaune und Oboe bringen zusätzliche Klangelemente ein, und die Streicher begleiten engagiert, in den Soloarien gelegentlich etwas zu forsch.

Dennoch beeindrucken vor allem die weiblichen Mitglieder im Vokalsolistenquintett aus Cornelia Samuelis und Esther Sieber (beide Sopran), Lena Sutor-Wernich (Alt), Sebastian Hübner (Tenor) und Michael Roman (Bass) mit ausgeprägten gesanglichen Qualitäten und breiter Ausdrucksvielfalt. Ein agiler Chor nebst kantiger Streicherbegleitung steht Dirigent Michel auch bei Georg Friedrich Händels Psalmvertonung „Dixit Dominus“ zur Verfügung. Schwungvolle Tempi und Stabilität in den polyphonen Passagen verwandeln selbst das auf einem Moll-Akkord ruhende finale „Amen“ in ein freudvolles Ereignis. urs