Kultur

Klassik Kurpfälzisches Kammerorchester startet zu Tournee nach Korea

Fünf Auftritte in Asien

Archivartikel

Viel Schlaf bekommen sie nicht: Um 1 Uhr am Donnerstagfrüh startet ihr Bus in Mannheim nach Frankfurt, um 6.30 Uhr hebt dort das Flugzeug der Airline „Asiana“ nach Seoul ab: Das Kurpfälzische Kammerorchester gastiert vom 1. bis 8 September in Südkorea. Zuvor geben die Musiker heute Abend um 19.30 Uhr im Rittersaal des Mannheimer Schlosses ein „Kick Off-Konzert“ mit den Werken von Johann Stamitz, Ignaz Beck und Wolfgang Amadeus Mozart, die auch in Asien erklingen werden.

Es ist die erste Asien-Tournee eines großen Mannheimer Klangkörpers. „Das macht uns schon froh und stolz“, freut sich Dietmar von Hoyningen-Huene, der Vorsitzende des Trägervereins des Orchesters. „In Europa waren wir ja schon öfter unterwegs – aber Asien ist neu, eine große Herausforderung und Ehre“, so Hoyningen-Huene.

Engagiert wurden die Mannheimer Musiker, weil sie sich der Pflege der „Mannheimer Schule“ verschrieben haben. „Das ist unser Markenkern“, so Hoyningen-Huene. „In Asien ist das ein Begriff – mehr noch als hier“, ergänzt Gabriele Gefäller, die stellvertretende Geschäftsführerin des 1952 gegründeten Orchesters. An dessen Pult stand schon öfter der koreanische Dirigent Adriel Kim – und über dessen Agentur wurden die Koreaner auf die Mannheimer Musiker aufmerksam.

Fensterplatz für Celli

„Die Koreaner haben uns engagiert“, erklärt Gefäller – sonst wäre eine solche Tournee für die Musiker finanziell gar nicht leistbar. Das erste Konzert geben sie gleich am 1. September in Yeosu in der dortigen Concert Hall. Auf dem Programm stehen die Sinfonia D-Dur à quattro von Johann Stamitz, die Symphonie g-Moll op. 3, Nr. 3 von Franz Ignaz Beck, Mozarts Violinkonzert Nr. 5 A-Dur KV 219 sowie seine Symphonie Nr. 29 A-Dur KV 201. Dabei werden die 24 Mannheimer Streicher und vier Bläser von Musikern des dortigen Yeosu Ensembles verstärkt. „Es wird ein Abend der Völkerverständigung“, freut sich Gefäller. Das Konzert ist Teil des KBS-Festivals, ausgerichtet von KBS, der ältesten öffentlich-rechtlichen und größten Rundfunkanstalt in Südkorea, die den Abend auch im Fernsehen überträgt.

Dann folgen zwei weitere Abende in Seoul und ein Auftritt in Ulsan, schließlich am letzten Tag ein Konzert im berühmten Seoul Arts Center. „Dort spielen alle berühmten Orchester der Welt – und nun auch wir“, so Gabriele Gefäller, die mit den Musikern die mehr als 8600 Kilometer lange Strecke nach Korea fliegt. Dabei ist der logistische Aufwand groß: Die Musiker nehmen ihre vertrauten Instrumente mit. Dabei gelten Geigen, Oboen und Hörner als Handgepäck. Für die zwei Celli müssen jeweils eigene Sitzplätze gebucht werden – am Fenster. Nur ein Kontrabass fliegt nicht mit. „Den bekommen wir vor Ort über die Agentur geliehen, der wäre zu groß gewesen“, erklärt Gefäller.