Kultur

Enjoy Jazz Sascha Rings Projekt Apparat in Ludwigshafen

Futuristische Klänge

Archivartikel

Es hätte auch die Musik zu einem Science-Fiction-Streifen sein können. So stellt sich die aktuelle Produktion „LP5“ von Sascha Ring dar. Obwohl der Klangschöpfer aus Quedlinburg auch akustische Instrumente wie Posaune, Geige, Cello, Schlagzeug oder Mandoline in seine Live-Sound-Performance einbaut, sind ihre Töne, wie auch seine Kopfstimme, elektronisch so stark gefiltert, dass sich ein Naturklang nicht einstellen kann.

Unter dem Lichtdesign aus etlichen LED-Stäben spielt sich eine Konzert-Vorstellung im Ludwigshafener BASF Feierabendhaus ab, die nicht leicht eingeordnet werden will. Mit Begriffen wie „Psychedelic“, „Ambient“ „Synthetic“ lässt sich die Musik von Apparat nicht fassen. Einerseits sind all diese Elemente vorhanden, doch Rings Musik weicht jeder Kategorie sogar innerhalb eines Stücks bald wieder aus. Gemeinsam haben alle Kompositionen dieser Band jedoch nicht nur die außerordentlich hohe Digitalisierung und, damit einhergehend, eine enorme Abhängigkeit von Computern.

Andererseits sind sowohl die Kompositionen wie auch ihre Arrangements ähnlich. Meist liegen unter den langgezogenen Melodielinien nur wenige Akkorde, die sich auch nur langsam verändern. Doch im Schlagzeug brodelt regelmäßig ein schnell gespielter Rhythmus, der sich meist ununterbrochen von Anfang bis zum Ende des Stücks durchzieht. So entsteht der Eindruck zweier Schichten. Rhythmus einerseits und Harmonie und Melodie darüber. Auf Akzentuierungen, dynamische Veränderungen oder metrische Unterschiede, die man in die Stücke einfügen könnte, verzichtet Ring.

Aufführung mit Hindernissen

Man sollte die Musik von Apparat mit geschlossenen Augen hören, denn sie hat durchaus etwas Tranceartiges. Wegen eines Computerabsturzes muss die Band aber ihr Konzert unterbrechen. Lediglich Ring, der ansonsten nicht mit dem Publikum kommuniziert, ist nun zu einigen Erklärungen genötigt. Ohne Hektik wird zwar wenige Minuten später das unterbrochene Stück neu begonnen. Wegen des technischen Aufwands, der die ständige Konzentration aller Künstler auf ihre Elektronik erfordert, erweist sich hier die Verständigung mit den Zuhörern allerdings problematisch.

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