Kultur

Auszeichnung Sänger reagiert auf Kritik an Ordensvergabe

Gabalier erhält Preis

Archivartikel

Steht der Musiker Andreas Gabalier (Bild) in der Tradition des legendären Volkssängers und Humoristen Karl Valentin? Ja, sagt die Münchner Faschingsgesellschaft Narrhalla, die den Österreicher deshalb am Samstag mit dem Karl-Valentin-Orden ehrte – und damit für einen Skandal sorgte. Die Empörung war groß: Seine Musik habe mit Valentins Kunst nichts zu tun, schimpfte Sabine Rinberger vom Valentin-Karlstadt-Musäum. Sie warf ihm zudem rechtspopulistische, homophobe und frauenfeindliche Tendenzen vor.

Peter Kraus macht Mut

Als „Volkssänger 2.0“ würdigt ihn indes die Narrhalla. Als frauenverachtend gilt vielen das Video zum Song „Hallihallo“, das vom Dekollete einer Frau zu einem prallen Kuheuter überblendet wird – welches Gabalier melkt. Dieser sagte unterdessen: „Wenn alle Leute so tolerant wären wie ich, (...) hätten wir auf dieser Welt keine Sorgen.“ Alt-Rock’n’Roller Peter Kraus (79) sprach ihm als Laudator der Ordensverleihung Mut zu. Nicht Kritik und Presse, sondern „deine Fans, die dir jahrelang die Treue halten, sind der wahre Maßstab für dein Können, deine Beliebtheit.“ Streit gab es über den Preis schon öfter, etwa als Schlagersänger Heino geehrt wurde. Kritiker fordern deshalb, die Narrhalla müsse Valentin bei der Wahl der Preisträger mehr Respekt erweisen – oder den Orden umbenennen. dpa (Bild: dpa)