Kultur

Jazz Jochen Welsch präsentiert das Orchester der Universität

Gemeinsam souverän

Big Bands schienen vom Aussterben bedroht. Eine so große Besetzung zu unterhalten, an die 20 Mann hoch, war zu teuer geworden. Dann, in den Achtzigerjahren, wurde die Big Band als das am besten geeignete Format zur Ausbildung des jazz- und popmusikalischen Nachwuchses entdeckt. Und eben deswegen (und für den Spaß) sind seither neben den „offiziellen“ Jugendjazzorchestern auch immer mehr Liebhaber-Big-Bands entstanden. Zum Beispiel das Mannheimer College Jazz Orchestra. Seit 2010 besteht es und vereint unter der Leitung von Jazz-Profi Jochen Welsch lupenreine Musik-Amateure: Studierende aller möglichen Fächer an der Mannheimer Universität. Vier sind es in der derzeitigen Besetzung, auf verantwortungsvollen Posten als Solistin oder, wie Britta Mohr, als souveräne Anführerin des Posaunensatzes.

Starke Rhythmusgruppe

Auch sonst kann sich hören lassen, was dieses Orchester, bei Semester für Semester wechselndem Personal und etwa zehn Proben pro Semester, in diesem Konzert auf die Bühne bringt. Auf den Notenständern liegen Partituren namhafter Arrangeure, das Repertoire ist weit gespannt von Big-Band-Swing über Cha-Cha-Cha und Beatles-Pop bis zu einer eigenen Komposition von Leiter Jochen Welsch, „Makin’ Acquaintance“, in dem sich Lead-Saxofonist Josua Niklas als Solist auf dem Alt auszeichnet. Weitere mehr als verlässliche Kräfte sind ein tolles Rhythmus-Team aus Julian Leopold am Schlagzeug und Joshua Lerch am E-Bass sowie Sänger Stefan Ebert, dem Souliges genauso locker launig von den Lippen geht wie der Sinatra-Song „Come Fly With Me“. Und das Publikum geht begeistert mit, junge und ältere Semester füllen die Klapsmühl’ am Rathaus bis an die Kapazitätsgrenze. Um die Zukunft der Big-Band-Musik braucht einem da nicht bange zu sein. swm