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Genial und nachhaltig

Archivartikel

Für jeden Anfängerpianisten führt in der Regel kein Weg an „Für Elise“ vorbei. Beethovens zarte und romantische Komposition wirkt durch die Anfängernutzung inflationär, jedoch nachdem Lang Lang, einer der weltbesten Pianisten, unlängst dieses Werk in sein Repertoire beziehungsweise auf CD aufgenommen hat, wird die Qualität dieser Schöpfung noch mehr verdeutlicht. Beethoven hat nicht nur als „Auftragskomponist“ für seine damaligen Zeitgenossen komponiert, sondern ganz außerordentlich für die Nachwelt. So gehören seine neun Sinfonien zum Standardrepertoire der großen Orchester. Sein Œuvre beinhaltet über 240 Werke, darunter Sinfonien, Klavierkonzerte, Streichquartette, jedoch nur eine Oper („Fidelio“).

In meinen Vorlesungen an der Popakademie zitiere ich oft Beethoven im Zusammenhang mit seinen herausragenden Motiven, die aufgrund des hohen Wiedererkennungswertes von Radiosendern als Indikative benutzt wurden. Die Deutsche Welle verwendete aus „Fidelio“ das Motiv „Es sucht der Bruder seine Brüder“, der WDR nutzte „In allen guten Stunden“ op. 122. Ich selbst habe eine Bearbeitung der Beethoven-Komposition „Musik zu einem Ritterballett“ für die ZDF·Sendung „Zeugen des Jahrhunderts“ geschrieben. Sein wohl bekanntestes Motiv, der Anfang der 5. Sinfonie (Schicksalsinfonie), verwendete die BBC zur Kriegsberichterstattung im Zweiten Weltkrieg, jedoch nur rhythmisch mit Pauken gespielt: BBC … – dreimal kurz, einmal lang, welches für das Morsezeichen V wie Victory (Sieg) steht.

Die 5. Sinfonie beginnt übrigens mit einer „Achtel-Pause“, gespielt unisono von Streichern, was zu der damaligen Zeit recht ungewöhnlich war, wie auch der Einsatz eines Chores in der 9. Sinfonie. Dieses epochale Werk, „Ode an die Freude“, wurde zur Hymne der Europäischen Union.

Der Mannheimer Komponist, Pianist und Produzent Peter Seiler wurde in den 1970ern mit der Rockband Tritonus bekannt. In den 80ern und 90ern war er mit elektronischer Musik international erfolgreich. In der Kolumne „Mein Beethoven“ schreiben Prominente über ihr Verhältnis zum Komponisten.

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