Kultur

Geburtstag Ex-Frontmann der Dire Straits Mark Knopfler wird 70 Jahre alt / Welttournee führt auch in die Mannheimer SAP Arena

Genialer „Klempner“ an der Gitarre

Es ist typisch für Mark Knopfler, wie er sein außergewöhnliches Talent herunterspielt. Der Brite, seit seiner Zeit mit der Band Dire Straits einer der großen Gitarrenhelden, sagte kürzlich in Interviews staubtrocken: Er spiele „wie ein Klempner“, übe immer noch viel, aber es reiche eigentlich nicht: „Liederschreiben und Liederspielen entfernt einen von seinem spielerischen Können. Würde man nur Instrumentalmusik spielen, dann würde auch das spielerische Vermögen wachsen.“

An diesem Montag wird der so bescheidene wie (letztlich dann doch) geniale Gitarren-Handwerker, Sänger, Songwriter, Produzent und Filmmusikkomponist 70 Jahre alt. Wer ihn zuletzt voller Energie und guter Laune bei seiner Welttournee zum neunten Solowerk „Down The Road Wherever“ (2018) gesehen hat, wird sich auf noch so einige schöne Knopfler-Alben freuen dürfen: Songs zwischen Rock, Folk, Pop, Blues und Jazz von einem Virtuosen, der den Megastar-Stress mit Stadionkonzerten und immer aufwendigeren Produktionen vor fast 30 Jahren bewusst hinter sich ließ - und zu seinen eigenen Bedingungen trotzdem erfolgreich blieb.

Mehr als 10 000 Gäste jubeln

Dass es Knopfler am spielerischen Vermögen keineswegs mangelt, hörten bei seinem Konzert am 6. Juli mehr als 10 000 Besucher in der Mannheimer SAP Arena. Dabei hatte er vor allem die Epoche der Dire Straits gewürdigt, aber mit Songs wie „Sailing To Philadelphia“, „Heart Full Of Holes“ oder „Postcards From Paraguay“ auch einen Querschnitt seiner Solo-Alben gegeben. Das Konzert wurde frenetisch gefeiert (wir berichteten).

Der quirlige Gitarrenpop-Song „Sultans Of Swing“ vom selbstbetitelten Debüt (1978) war der Treibstoff für eine 18-jährige atemberaubende Bandkarriere. Sechs Studioplatten veröffentlichten die Musiker, rund 120 Millionen Exemplare sollen davon über die Ladentheken gegangen sein. Auf das formidable „Love Over Gold“ (1982) folgte der über 30 Millionen Mal verkaufte kommerzielle Höhepunkt „Brothers In Arms“ (1985) – nicht zuletzt erfolgreich als High-End-Vorzeigealbum für die damals neue Compact-Disc (CD).

In den glitzernden 80ern waren die Dire Straits mit ihrem frühzeitig kahl werdenden Frontmann sehr untypische globale Stars samt Nummer-eins-Platzierungen, Platin-Auszeichnungen und ausverkauften Tourneen. Mit dem Soundtrack zur schottischen Romantikkomödie „Local Hero“ hatte er bereits 1983 sein erstes, noch instrumentales Solowerk herausgebracht – sein selbstständiger Weg begann.

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